Mittwoch, 24. August 2005

Land unter

  • Bilanz der Flut: Tote, Verletzte und Millionenschäden.

Einige Stunden Starkregen reichten, um Tirol und Vorarlberg in den Abgrund zu reißen. Ganze Täler sind überschwemmt. Es gibt Millionenschäden.

Kein Strom. Kein Telefon. Der Zugverkehr zusammengebrochen, Brücken einfach weggespült, Tunnels vermurt, Autobahnen gesperrt und Dutzende Orte für Tage von der Außenwelt abgeschnitten. Binnen weniger Stunden vermochten Unmengen von zu Boden prasselnden Wassermassen halb Westösterreich lahm zu legen. 17.000 Feuerwehrleute gaben alles – und selbst das war mancherorts noch zu wenig. „Wir können einfach nicht mehr“, sagt Helmut Schönherr, Bürgermeister von Pflach im Tiroler Außerfern. Der Lech hat die Gemeinde nach 1999 nun zum zweiten Mal überschwemmt. „Manche“, so der Bürgermeister, „haben alles verloren.“

Die bisherige Bilanz der Hochwasserkatastrophe in Tirol und Vorarlberg ist verheerend: Gigantische Muren und Felsstürze forderten bis Redaktionsschluss Dienstagnacht drei Menschenleben und führten zu Millionenschäden. Eine Steinlawine riss in Längenfeld im Ötztal einen Tischler in den Tod, in Reuthe konnte eine weitere Person nur noch tot geborgen werden. Im Montafon stürzte ein Mann mit seinem Auto in einen reißenden Gebirgsbach. Augenzeugen sahen das Fahrzeug noch einmal auftauchen, bevor es in den Fluten verschwand. Das Außerfern sowie Teile des Montafons und der Arlberg-Region waren für Tage von der Außenwelt abgeschnitten. „Die jetzigen Fluten übertreffen bei weitem das Hochwasser von 1999“, sagt Vorarlbergs Landeshauptmann Herbert Sausgruber. Schon damals entstand ein Sachschaden von 60 Millionen Euro.

Wochen werden vergehen, bis die Schäden zumindest provisorisch behoben sind. Doch selbst dann wird die Angst vor neuen Wassermassen bleiben.

Alle Bilder der großen Flut in Österreich finden Sie im neuen NEWS

24.8.2005 16:34