Mittwoch, 24. August 2005

Bürgermeister Häupl im NEWS-Sommer-interview: "SPÖ braucht keine Kronprinzen."

  • "Erwarte ein Wahlergebnis von über 50 Prozent"
  • "Stehe Lafontaine in manchem näher als Schröder"

In Interviews mit der Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS erklärt Wiens Bürgermeister Michael Häupl, dass "die SPÖ keine Kronprinzen braucht, weil wir einen relativ jungen Parteichef haben." Und der, Alfred Gusenbauer, werde der nächste Bundeskanzler sein.

Eigene Bundes-Ambitionen dementiert Häupl heftig: "Auch Ende 2006 wird der Wiener Bürgermeister Michael Häupl heißen. Ich mache den Wiener Bürgermeister sehr gerne, so lange die Leute es wollen und es mir uneingeschränkt Spaß macht."

Häupl gibt als erster prominenter österreichischer Sozialdemokrat offen zu: "Ja, ich stehe Oskar Lafontaine in manchen Inhalten näher als Gerhard Schröder, auch wenn ich Lafontaines mangelnde Loyalität gegenüber der Partei kritisiere."

"Den Fünfer vorne erwarte ich"
Für die Wiener Wahl nennt Häupl erstmals ein konkretes Wahlziel: Grundsätzlich sei "ein Plus gut, ein Minus schlecht." Auf die Nachfrage, ob er sich nicht über fünfzig Prozent, einen Fünfer als erste Ziffer des Wahlergebnisses, erwarte, erklärt der Wiener Bürgermeister: "Soll sein. Den Fünfer vorne erwarte ich." Obwohl Häupl auch warnt: "Der einzige Gegner der SPÖ kann nur die SPÖ selbst sein."

Obwohl sein "singuläres" Verhältnis zu Erwin Pröll "kein Modell für eine große Koalition" sei, ist sich Häupl sicher, dass der niederösterreichische Landeshauptmann keinerlei Präferenzen für eine schwarz-grüne Koalition hege: "Ich kenne den Erwin zu gut, als dass ich glaube, dass er die Ansicht seines Neffen (Anm.: Minister Josef Pröll) teilt. Pröll hat schon damals nicht die Welle gemacht, als Schüssel seine Koalition mit Haider erneuerte. Man weiß, was Pröll wirklich wollte".

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24.8.2005 12:22