Schauspieler Hans Clarin gestorben: Lieh "Pumuckl" & "Hui Buh" seine Stimme!
- 75-jähriger Publikumsliebling erlag Herzversagen
- Seine charakteristische Stimme machte ihn berühmt

Der Schauspieler Hans Clarin ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 75 Jahren an akutem Herzversagen, wie seine Konzertagentur mitteilte. Clarin sei im Kreise seiner Familie im oberbayerischen Aschau in der Nähe des Chiemsees gestorben.
Clarin war einer der beliebtesten deutschen Fernsehschauspieler. Über 50 Jahre währte seine Karriere, die am Theater begann. Einem Millionenpublikum wurde er als Stimme des vorwitzigen Kobolds "Pumuckl" bekannt, der das Leben von Meiser Eder (Gustl Bayrhammer) durcheinander wirbelt. Auch als "Hui Buh, das Schlossgespenst" begeisterte Clarin Generationen von Kindern in Hörspielabenteuern.
Zuletzt stand Clarin, der am 14. September 76 Jahre alt geworden wäre, für die Fernsehreihe "Zwei am großen See" und die Serie "In aller Freundschaft" vor der Kamera.
Sein Debüt gab Clarin 1950 in München, wo er zuerst an den Kammerspielen und bis 1967 am Bayerischen Staatsschauspiel engagiert war. Geehrt mit dem Titel eines Bayerischen Staatsschauspielers brillierte er als Puck im "Sommernachtstraum" und als "Charley's Tante". Neben Klassikern wie Shakespeare, Moliere, Nestroy oder Strindberg spielte das "Allroundtalent" auch in Märchenfilmen und Krimis.
Insgesamt wirkte Clarin in mehr als 100 Film- und Fernsehproduktionen mit, darunter das "Wirtshaus im Spessart", "Das indische Tuch" und "Pippi Langstrumpf", wo er als Donner-Karlsson zu sehen war. Außerdem spielte er in vielen Serien, darunter "Weißblaue Geschichten" und als Pfarrer in der "Hochwürden"-Reihe.
Neben der Filmerei wurde vor allem das anspruchsvolle Boulevardtheater seine zweite Heimat. Wie andere Theatermacher schätzte auch er die Kunst der leichten Muse als gleichberechtigt neben der "großen Bühne" ein.
Einen Jugendtraum erfüllte sich der sympathische Schauspieler mit dem Erwerb des mehr als 400 Jahre alten "Moserhofs" im oberbayerischen Chiemgau. "Als Bub wollte ich schon Bauer werden", sagte der in Wilhelmshaven geborene Schauspieler, Sänger und Autor, dessen rastlose Vielseitigkeit sich wie ein roter Faden durch seine lange Karriere zog.
Eine Virusinfektion, die vor wenigen Jahren seine Stimmbänder angriff, hatte den nur in seinen Rollen meist fröhlichen, privat eher ernsten Schauspieler nachdenklich gestimmt. "Wenn es geheißen hätte: Nun sei es aus mit deinem Beruf - ich hätte mich darein gefügt und nur gesagt: Na ja, mehr hat es eben nicht sein sollen." Clarin erholte sich jedoch von dieser Infektion und arbeitete bis zuletzt in seinem Fach. (apa)
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