Sonntag, 28. August 2005

Weiter Probleme mit der E-Card: Jetzt klagen die Ärzte über "Fehler im System"

  • Karten werden nicht angenommen, Systemabstürze
  • 4,5 Mio. Österreicher haben bereits eine E-Card!

Die Probleme mit der E-Card gehen weiter: Nachdem zuerst unvollständig bedruckte Cards an die Versicherten ausgeschickt wurden, beklagen sich nun die Ärzte. Wie das Ö1-Morgenjournal berichtet, sind viele Ärzte entnervt. Es gibt "zu viele Fehler im System", wie die praktische Ärztin Elisabeth Kremeier bestätigt.

Christian Euler, Präsident des österreichischen Hausärzteverbands, berichtet von zahlreichen technischen Problemen. Bei funktionierendem Betrieb bekomme man die Meldung, die Karte sei nicht lesbar. Patienten würden dadurch rasch aus dem System "fliegen", auch dann, wenn diese ordnungsgemäß versichert wären. In so einem Fall bekommt der Patient aber weder eine Überweisung noch ein Rezept, so Euler.

Hauptverband beruhigt
Die Wiener Ärztekammer geht davon aus, dass sich die Situation im Herbst - nach der Urlaubszeit - nochmals zuspitzen könnte. Der Hauptverband spricht hingegen überhaupt nur von Einzelfälllen und gibt an, dass es keine technischen Probleme geben würde.

4,5 Mio. Österreicher haben bereits eine E-Card
Bereits 4,5 Millionen Österreicher sind bisher mit der E-Card versorgt. Nach Angaben des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger liegt man damit "völlig im Plan". Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sei mit E-Cards ausgestattet, Burgenland und Vorarlberg sind demnach vollständig beliefert. Die flächendeckende österreichweite Versorgung soll spätestens Ende November abgeschlossen sein.

Insgesamt werden dann rund 8,2 Millionen Karten versandt sein. Neben den in Österreich wohnhaften und beschäftigten Personen erhalten die E-Card auch Pendler aus Deutschland und der Schweiz, die in Österreich versichert sind. Diese Gruppe beläuft sich auf knapp 200.000.

Hauptverband: "Alle Probleme beseitigt"
Allfällige Probleme mit der E-Card seien inzwischen vollständig beseitigt worden, versichert der Hauptverband. Den 22.800 Pensionisten, die mit der Rückseite der elektronischen Krankenscheinkarte Schwierigkeiten hatten, weil die europäische Krankenversicherungskarte keine Gültigkeit hatte, seien jetzt korrekte Karten übermittelt worden.

Was die Ärzte bzw. Ordinationen betrifft, seien derzeit rund 5.000 der insgesamt 12.000 Vertragsärzte an das System angeschlossen. Allerdings hätten sich bereits 9.200 Ärzte "deklariert". Das heißt, sie haben einen Anschluss bestellt.
(apa)

28.8.2005 10:17