Spendenaffäre: Ex-World-Vision-Chefin Taurer-Krones wird mit Haftbefehl gesucht!
- Zur Verbüßung ihrer dreijährigen Haftstrafe
- Sprecher des Landesgerichts: "Gilt als untergetaucht"
Die im Zusammenhang mit einer Spendenaffäre im vergangenen September zu drei Jahren unbedingter Haft verurteilte ehemalige World Vision-Geschäftsführerin Martina Taurer-Krones wird nun per Haftbefehl gesucht, wie Friedrich Forsthuber, Sprecher des Wiener Landesgerichts für Strafsachen, bestätigte.
Die 44-Jährige, die laut rechtskräftigem Urteil Spendengelder für private Zwecke verwendet hatte, hat ihre Strafe nie angetreten, berichtet die Tageszeitung "Die Presse". Nach mehrmaligen Ansuchen um Strafaufschub, der ihr nicht gewährt wurde, ignorierte sie die behördliche Aufforderung zum Strafantritt. Als die Polizei sie mit einem so genannten Vorführbefehl abholen und ins Gefängnis bringen wollte, fehlte von ihr plötzlich jede Spur.
"Trotz mehrfacher polizeilicher Nachforschungen konnte ihr Aufenthalt nicht ermittelt werden, so dass sie für die Justiz als untergetaucht gilt", sagte Forsthuber. Derzeit ist der Haftbefehl aufs Inland beschränkt, wird möglicherweise aber schon morgen, Mittwoch, auf Europa ausgedehnt, da sich Martina Taurer-Krones gerüchteweise inzwischen zu Bekannten ins Ausland abgesetzt haben soll.
Ungemach droht ihr auch von deutscher Seite: Laut "Presse" laufen gegen sie und drei weitere Verdächtige beim Amtsgericht Passau Ermittlungen wegen versuchten, gemeinschaftlichen Scheckbetrugs und Urkundenfälschung. Der Schaden soll sich auf mehrere Millionen Euro belaufen.
(apa)
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