Montag, 22. August 2005

Mehr Wettbewerb bei Zahlung mittels der Bankomat-Karte: ÖHV erhofft Einsparungen

  • B+S mit Lizenz zur Abwicklung des PIN-Verfahrens

Bei der Zahlungsabwicklung mittels Bankomatkasse kommt es in Österreich nun zu mehr Wettbewerb. Der deutsche Kartendienstleister B+S Card Service habe von MasterCard Europe die "Maestro Central Acquiring Lizenz" erhalten und kann nun in Österreich das PIN-gestützte Debit-Verfahren (ecKarte) über das MasterCard-Netz abwickeln, teilte die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) heute, Montag, mit.

"Durch den gesteigerten Wettbewerb werden die Gebühren für die Hoteliers sinken, so dass es für die Hotellerie attraktiver wird, dem Wunsch der Gäste nach Bankomat-Zahlung zu entsprechen", erklärt ÖHV-Generalsekretär Thomas Reisenzahn.

Österreich sei bisher das einzige Land Europas mit nur einer Maestro-Lizenz gewesen. Der Lizenz-Inhaber Europay Austria habe als Monopolist alternativen Anbietern den Zugang erschwert. Die ÖHV habe daher bereits 2002 in Brüssel eine Beschwerde gegen diese Monopol-Stellung von Europay Austria eingereicht. Unterstützung habe die ÖHV von der Bundeswettbewerbsbehörde erhalten, die gegen Europay Austria ein Verfahren wegen Kartellbildung und Missbrauchs der marktbeherrschenden Stellung führte. Diese Bemühungen hätten nun gefruchtet. B+S Card Service hat von MasterCard am die "Maestro Central Acquiring Lizenz" erhalten.

Bis zu 7 Mio. an Einsparungen in Gastronomie
Die ÖHV erhofft sich nun für die Branche (Hotellerie und Gastronomie) Einsparungen von bis zu 7 Mio. Euro pro Jahr. Man rechne damit, dass die Disagio-Sätze auf Grund des gesteigerten Wettbewerbs in den nächsten Monaten von derzeit 0,95 - 0,90 Prozent des Umsatzes auf unter 0,55 Prozent fallen werden. Reisenzahn erwartet, dass die Deckungsrate von derzeit 72 bis 75 Prozent auch bei der Bezahlung mit Bankomat/Maestro-Karte wie bei der Kreditkarte auf rund 100 Prozent steigen wird. In den kommenden drei Jahren dürfte die Zahl der Anbieter auf vier steigen.

Dieser Erfolg sei für die ÖHV bereits der zweite Sieg im Bereich des elektronischen Zahlungsverkehrs. Seit 2001 arbeite die ÖHV bei der Kreditkartenabrechnung mit dem Anbieter B+S Card Service zusammen. Durch diese Zusammenarbeit ersparten sich ÖHV-Hoteliers jährlich rund 22 Mio. Euro an Kreditkarten-Disagio-Gebühren. Die rund 700 B+S Terminals in den Hotels würden jetzt so aufgerüstet, dass darüber zusätzlich auch das Bankomat/ecKarten-/Maestro-System abgewickelt werden kann.

Gelassen sieht der Kredit- und Bankomatkartendienstleister Europay die neue Lizenz bei der Abwicklung von Zahlungen via Bankomatkasse für die deutsche B + S Card Service. Mehr Wettbewerb belebe das Geschäft, Europay biete den besten Service, so Sprecherin Angela Szivatz zur APA. Man gehe davon aus, dass sich die Zuwächse der ersten sechs Monate auch im zweiten Halbjahr 2005 fortsetzen. Im ersten Halbjahr 2005 verzeichnete die Bankomatkarte Maestro ein Umsatzplus um 13 Prozent auf 5,2 Mrd. Euro.

(apa)

22.8.2005 16:21