Stichwort Wien: Alle wichtigen Infos
über die Bundeshauptstadt Österreichs
- Drittbeste Lebensqualität aller Städte weltweit
- Wohlhabende Menschen, angespannter Arbeitsmarkt

Wien ist zwar mit 415 km2 flächenmäßig das kleinste Bundesland, aber einwohnermäßig mit 1,55 Mio. Einwohnern das größte und dichtest besiedelte. Die Bundeshauptstadt ist Sitz aller wichtigen Regierungseinrichtungen sowie verschiedener internationaler Organisationen wie der OPEC, der IAEA oder der UNO. Die Innenstadt sowie die Schlösser Schönbrunn und Belvedere gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Internationale Rankings stellen der Bundeshauptstadt ein gutes Zeugnis aus. Demnach bietet Wien nach Genf, Zürich die drittbeste Lebensqualität. Zu dem Ergebnis kommt jedenfalls die jährlich erstellte Studie einer Frankfurter Unternehmensberatung, die 215 Metropolen u.a. nach politischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekten vergleicht.
Im innerösterreichischen Konjunkturranking schnitt Wien 2004 dagegen weniger gut ab. Mit einem Wachstum von 0,6 Prozent lag die Bundeshauptstadt an vorletzter Stelle aller Bundesländer, nur noch vor dem Burgenland. Im Österreich-Schnitt wuchs die Bruttowertschöpfung um 1,9 Prozent.
Wohlhabende Menschen, angespannter Arbeitsmarkt
Die Menschen in und um Wien zählen trotzdem zu den wohlhabendsten in Österreich. Die Bundeshauptstadt liegt bei der Kaufkraft mit 112,5 Indexpunkten weiter an der Spitze, auch wenn die Steigerungen letztes Jahr in Wien am geringsten ausfielen. Innerhalb der EU ist Wien die sechstreichste Region.
Angespannt ist die Lage am Arbeitsmarkt. Mit neun Prozent (Stand Juli 2005) ist die Arbeitslosenquote höher als in jedem anderen Bundesland, was allmonatlich zu einem Schuldzuweisungs-Hickhack zwischen SPÖ-Stadtregierung und dem Bund führt. Faktum ist, dass die Bundeshauptstadt viele Industriearbeitsplätze verloren hat und auch Einschnitte bei den Bundesbediensteten hinnehmen musste. Vermehrt wird nun versucht, die Stadt als Technologiestandort zu positionieren.
Schlechte Anbindung an östliche Nachbarn
Verbesserungspotenzial gibt es für die Bundeshauptstadt auch noch bei der Verkehrsanbindung in die neuen EU-Mitgliedsländer in Mittel- und Osteuropa. Vielfach wurde Wien vorgeworfen, die Anbindung an die EU-Nachbarn seit der Ostöffnung verschlafen zu haben. Das soll nun aufgeholt werden. Der Wiener Umfahrungsring soll bis 2014 fertig sein, der Zentralbahnhof wird 2007/2008 in Angriff genommen.
Auf Grund der historischen und kulturellen Bedeutung und der vielen Sehenswürdigkeiten hat der Tourismus in Wien große Bedeutung erlangt. Mit 8,4 Mio. Nächtigungen gab es im vergangenen Jahr ein neues Rekordergebnis. Und auch die Besucher zeigten sich laut einer Umfrage zufrieden. Auch die sprichwörtliche Grantigkeit der Wiener dürfte ihnen entgangen sein. Die Bundeshauptstadt wurde von den Besuchern vor allem als gastfreundlich, charmant und genussvoll wahrgenommen.
Starkes Einwohner-Plus
Wien durfte sich im Vorjahr auch über das stärkste Einwohner-Plus freuen, die Bevölkerungszahl stieg um 1,7 Prozent. Dieses Plus ist einerseits auf die erstmals seit Jahrzehnten wieder positive Geburtenbilanz (weniger Todesfälle, mehr Neugeborene) zurückzuführen, aber auch auf die Zuwanderung aus dem Ausland. Bei den Inländern verliert Wien laut Statistik Austria aber auch Bevölkerung an das Umland.
Wien verzeichnet mit 18 Prozent auch den höchsten Anteil aller Bundesländer an ausländischer Wohnbevölkerung. Spitzenreiter ist dabei der Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus mit 30,7 Prozent, gefolgt von Brigittenau (25,4 Prozent) und Ottakring (25,1). Der Islam ist mit 7,8 Prozent auch die zweitgrößte Religionsgemeinschaft, ein höherer Anteil findet sich mit 8,4 Prozent nur in Vorarlberg. Wien hat auch den größten Anteil der Bewohner, die sich zu gar keiner Glaubensgemeinschaft bekennt. 25,6 Prozent gaben bei der letzten Volkszählung "ohne Bekenntnis" an. Knapp die Hälfte der Wiener sind römisch-katholisch. (apa/red)
