Katzenjammer trotz Stimmengewinnen: Grüne bleiben weiterhin auf viertem Platz
- Maria Vassilakou konnte nicht genug mobilisieren

Auch Stimmengewinne können eine Niederlage sein. Maria Vassilakou hat mit den Wiener Grünen zwar gut zwei Prozentpunkte dazugewonnen, das erklärte Ziel, die ÖVP zu überholen, aber glatt verfehlt. Sogar den dritten Platz verpassten die Grünen angesichts einer erstaunlich starken FPÖ. Auch der öffentlich austragene Streit mit der SPÖ um die Frage, welche der beiden Parteien denn nun die linkere sei, dürfte schwankende Wechselwähler nicht ausreichend für die Grünen mobilisiert haben.
Vassilakous Lieblingsspruch: "Die Grünen sind die Grünen sind die Grünen". Im Wahlkampf versuchte sie, ihrer Partei ein eigenes Profil zu verschaffen und sich sowohl von der roten, als auch von der schwarzen Konkurrenz abzusetzen. Dass sie sich in Sachen künftiger Koalitionen jedoch nicht komplett von der Volkspartei abgrenzte, verschaffte ihr in der eigenen Partei nicht nur Freunde. Punkten konnte Vassilakou unter anderem mit der Forderung für eine Grundsicherung von 800 Euro für alle.
Geboren wurde Vassilakou am 23. Februar 1969 in Athen als einziges Kind einer Goldschmiedin und eines Bauunternehmers. Nach der Matura in der griechischen Metropole kam sie 1986 an die Wiener Universität, um Dolmetscherin für Deutsch, Englisch und Französisch zu werden. 1990 begann sie dann das Studium der Sprachwissenschaft, das sie 1994 abschloss.
Vassilakous politische Laufbahn startete bereits an der Universität. 1995 erfolgte der Wechsel in den Grünen Klub im Wiener Rathaus. 1996 zog sie in den Landtag ein und wurde Integrationssprecherin der Grünen. Bereits bei der nächsten Wahl 2001 trat sie hinter Christoph Chorherr auf dem prominenten zweiten Listenplatz an und wurde nach dem Wahlerfolg nicht amtsführende Stadträtin.
Im Jänner 2004 wurde Vassilakou in den Bundesvorstand der Grünen gewählt, nachdem sie von 1997 bis 2001 bereits Mitglied im Landesvorstand der Wiener Grünen gewesen war. Weit vor dem Bekanntwerden des auf den 23. Oktober vorgezogenen Wahltermins in Wien wurde sie überdies am 20. Juni 2004 zur Spitzenkandidatin ihrer Partei gekürt.
Flott geht es auch im Privatleben der verheirateten Politikerin voran: Neben dem Surfen und Reisen bezeichnet sie Motorräder als ihre Leidenschaft. Vassilakou sieht sich selbst zudem als Mitglied der "Toskana-Fraktion", da sie gerne in diese Region reist, deren Weine, Küche und Landschaft sie schätzt. Einen gewissen Starstatus genießt Vassilakou in ihrem Geburtsland. Griechische Medien melden sich regelmäßig bei der Wahlwienerin und bitten um einen Kommentar zu österreichischen oder europäischen Themen.
(apa)
