Hurrikan "Katrina": Tausende Flüchtlinge kehrten bereits nach New Orleans zurück
- Tankstellen & Geschäfte in Stadt wieder geöffnet
- Katastrophenschutzbehörde warnt vor Rückkehr
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Tausende Menschen, die der Hurrikan "Katrina" zur Flucht aus ihren Häusern in Matairie im US-Bundesstaat Louisiana gezwungen hatte, sind am Wochenende in diesen Vorort von New Orleans zurückgekehrt. Tankstellen und erste Geschäfte öffneten dort am Sonntag. Auch einige Stadtteile von New Orleans hätten in den kommenden Tagen wieder freigegeben werden sollen.
Bürgermeister Ray Nagin erklärte am Wochenende, die Menschen sollten zuerst am Montag in den Stadtteil Algiers zurückkehren dürfen. Am Mittwoch sollte der Bezirk Garden folgen. Der Bürgermeister will in den kommenden eineinhalb Wochen bis zu 180.000 Menschen aus Notunterkünften nach New Orleans zurückkehren lassen.
Kritik an den Plänen kam vom Leiter der Hilfseinsätze im Katastrophengebiet, Vizeadmiral Thad Allen. Er bezeichnete das Vorhaben des Bürgermeisters als "äußerst ehrgeizig" und "äußerst problematisch".
Warnung vor übereilter Rückkehr
Die Katastrophenschutzbehörde hatte zuvor vor einer übereilten Rückkehr in das vor drei Wochen vom Hurrikan "Katrina" heimgesuchte New Orleans gewarnt. Die Wasser- und Elektrizitätsversorgung sowie das Abwassersystem seien noch nicht soweit wiederhergestellt, dass die Grundbedürfnisse der Bewohner der Stadt erfüllt würden, sagte der für den Katastrophenschutz in der Region zuständige Vize Admiral Thad Allen am Samstag.
"Ich fordere alle zurückkehrenden Einwohner auf, extrem vorsichtig zu sein und zu überlegen, ob sie ihre Rückkehr noch verschieben, bis es sicherer ist und bessere Lebensbedingungen gewährleistet sind", ergänzte er.
Zuvor waren bereits erste Einwohner in die immer noch zu 40 Prozent überflutete Stadt zurückgekommen. Im historischen French Quarter inspizierten Geschäftsleute ihre verlassenen Läden und Restaurants. Ihre Rückkehr war Teil eines von Bürgermeister Ray Nagin angeordneten Programms, die Südstaaten-Metropole Schritt für Schritt wieder mit Leben zu erfüllen. Der Plan Nagins war von vielen Seiten kritisiert worden.
Als erstes soll ab Montag das Viertel Algiers wieder bevölkert werden, das French Quarter dann am 26. September. Insgesamt sollen nach den Vorstellungen von Bürgermeister Ray Nagin in den kommenden eineinhalb Wochen mehr als 180.000 Menschen heimkehren - rund ein Drittel der Stadtbevölkerung.
Bush kündigte Wiederaufbau an
US-Präsident George W. Bush hatte eines der größten Wiederaufbauprogramme angekündigt, "das die Welt je gesehen hat". "Diese großartige Stadt wird wieder erstehen", sagte Bush vor der erleuchteten Fassade einer Kirche im historischen French Quarter der Südstaatenmetropole.
Seine Frau Laura Bush besuchte am Freitag das Zentrum für vermisste Kinder, wo fast 3.000 Buben und Mädchen, die von ihren Eltern getrennt wurden, registriert sind. Sobald die Familien nicht mehr in den Notunterkünften seien, werde die Familienzusammenführung wahrscheinlich noch schwieriger, erklärte Bush. Sie ermutigte Eltern, sich bei der Hotline des Zentrums nach ihren Kindern zu erkundigen.
Nach Angaben der Umweltorganisation Greenpeace hat der Hurrikan eine noch schlimmere Ölverschmutzung angerichtet als bisher befürchtet. "Die Ölmengen, die dort das Meer vergiften, sind gigantisch", sagte Energieexperte Karsten Smid.
Bereits fast 1000 Tote
Die Zahl der Todesopfer nach "Katrina" ist auf annähernd 1.000 gestiegen. Der Hurrikan habe nach jüngsten Angaben insgesamt 973 Menschen das Leben gekostet, teilten die Behörden am Montag mit. Im US-Bundesstaat Louisiana seien 736 Menschen ums Leben gekommen, in Mississippi 218. In Florida, Alabama, Georgia und Tennessee wurden 19 Todesopfer bestätigt. Der Hurrikan war Ende August über den Süden der USA hinweggefegt.
(apa/red)
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