Umfrage zur Bundestagswahl: Deutsche Linkspartei fällt unerwartet in Wählergunst
- Union: Weiterhin Debatte um EU-Beitritt der Türkei
·D: Streit über das Selbstauflösungsrecht
Bei SPD und bei Grünen keine einheitliche Meinung
·Müntefering nicht in SPD, aber im Kabinett
Meinung posten: Rettet das die große Koalition?
·Bundestagswahl in Deutschland am 18. 9.
UMFRAGE: Welche Partei stellt nächsten Kanzler?
·SPD-Chef Müntefering
nicht mehr im Spital
Offenbar Schwächeanfall bei Wahlkampfauftritt
·Deutschland: Heftige Stoiber-Diskussion
CSU-Chef sorgt mit Ost- Beleidigung für Aufsehen
·Schröder: Rot-Grün hat durchaus 'gepasst'
Entscheidung für Neu- wahlen kein Alleingang!
Die deutsche Linkspartei wird laut Meinungsforschern bei der Bundestagswahl schlechter abschneiden, als bisher erwartet wurde. Das ergab eine Umfrage der "Bild am Sonntag" unter den führenden Meinungsforschungsinstituten Deutschlands. Unterdessen ist die Meinung über den EU-Beitritt der Türkei innerhalb der oppositionellen deutschen Unionsparteien weiter umstritten.
Die Meinungsforschungsinstitute rechnen damit, dass die Linkspartei sogar unter die Sieben-Prozent-Marke fällt. Innerparteiliche Streitpunkte und die "Luxus-Eskapaden des Spitzenkandidaten Lafontaine" seien laut Richard Hilmer, Geschäftsführer von Infratest dimap, Gründe für den Abfall in der Wählergunst. Zum Tragen kommt auch, dass PDS und WASG überhaupt nicht zusammenpassen, so Forsa-Geschäftsführer Manfred Güllner. Damit sei im Rennen um die drittstärkste Partei in Deutschland wieder alles offen.
Im deutschen Wahlkampf zeichnen sich aber noch andere Probleme ab. Der jüngste Schwächeanfall von SPD-Chef Müntefering hat die Diskussion um die Gesundheit von Politikern wieder entfacht. Der Publizist Jürgen Leinemann warnte davor, dass die Politiker bei der vielen Arbeit den Blick für das Wesentliche verlieren. Auch Bundeskanzler Schröder sagte zu seiner gegenwärtigen Belastung von mehr als 100 Veranstaltungen binnen vier Wochen: "Das schlaucht ganz schön." Die Gefahr, dass er einen Schwächeanfall erleidet sieht er aber nicht.
Unterdessen ist der weitere Umgang mit dem Türkei-Beitritt zur EU innerhalb der oppositionellen deutschen Unionsparteien weiter umstritten. Während der bayerische Innenminister Beckstein dem "Focus" sagte, er wolle "die Angst der Menschen vor einer schrankenlosen Erweiterung thematisieren", lehnte der Unions- Außenexperte Pflüger eine Emotionalisierung des Themas ab. Merkel und CSU-Chef Stoiber sehen bei einer Vollmitgliedschaft der Türkei den "europäischen Integrationsprozess gefährdet". Außenminister Fischer kritisierte die auf eine "Privilegierte Partnerschaft" der Union mit der Türkei abzielende Politik als "gefährlich blind". Die Türkei sei ein unverzichtbarer Partner, sagte Fischer der "Welt" in Berlin. (apa)
