Mittwoch, 24. August 2005

Deutschland: SPD-Chef Müntefering nach Kollaps bei Wahlkampfauftritt aus Spital

  • Schwächeanfall: Sanitäter versorgten 65-Jährigen

Der Vorsitzende der deutschen Sozialdemokraten (SPD), Franz Müntefering, ist am Donnerstag nach seinem vortägigen Zusammenbruch auf einer Wahlkampfveranstaltung in der saarländischen Stadt Homburg wieder aus dem Spital entlassen worden. Der 65-Jährige erlitt während einer Rede nach 20 Minuten einen Schwächeanfall und wurde ins Spital eingeliefert. Er war laut Parteikreisen nicht in Lebensgefahr.

Der SPD-Chef war nach dem Kollaps noch auf der Bühne von Sanitätern versorgt und mit dem Krankenwagen in das Universitätsklinikum gebracht worden. Kühn sprach von einer Kreislaufschwäche. Müntefering wollte an diesem Donnerstagabend an einer Fernsehdiskussion im ZDF teilnehmen. Zunächst sagte er diesen und andere Termine nicht ab.

Müntefering verließ Spital zu Mittag
Nach seinem Schwäche-Anfall ist Müntefering am Donnerstag aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das teilte die Klinik in Homburg im Saarland mit. Nach SPD-Angaben geht es dem 65-Jährigen gut.

Ab Mittag könne er seine Termine wie geplant wieder wahrnehmen. Am Abend wollte Müntefering im Fernsehen an einer Live-Runde mit den Vorsitzenden von CDU, CSU und FDP teilnehmen. Diesen Termin wird Müntefering allerdings nun doch nicht wahrnehmen, der wird von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement vertreten.

Mittwoch den ganzen Tag auf den Beinen
Müntefering hatte auf einer Kundgebung in der Fußgängerzone in Homburg über den demographischen Wandel in der Gesellschaft gesprochen: "Die älteren Menschen in unserem Land - entschuldigen Sie..." Dann brach er zusammen, wurde aber von Ordnern aufgefangen. Im Krankenwagen erhielt Müntefering eine Infusion. Dabei richtete er sich leicht mit dem Oberkörper auf. Der Parteisprecher sagte, Müntefering habe unmittelbar nach dem Zusammenbruch das Bewusstsein wiedererlangt. "Er hat wohl zu wenig gegessen und getrunken", vermutete der Sprecher. Die Veranstaltung wurde abgebrochen.

Müntefering war seit dem frühen Nachmittag auf Wahlkampftour im Saarland. Nach seiner Ankunft gegen 14.45 Uhr in Saarbrücken besuchte der SPD-Bundesvorsitzende die saarländischen Wahlkampfteams, hielt dort eine kurze Ansprache. Anschließend unternahm er eine Bootstour mit 250 Senioren auf der Saar. In Homburg nahm der 65-Jährige dann an einem "Talk der Kandidaten" mit mehreren Bundestagsabgeordneten der SPD teil. Vor seiner Rede hatte bereits der SPD-Landesvorsitzende Heiko Maas gesprochen. Im Anschluss an die Veranstaltung wollte Müntefering wieder abreisen.

Die Abgeordnete Astrid Klug, die für die SPD in Homburg kandidiert, sagte, trotz nicht sehr hoher Außentemperaturen sei es auf der Bühne sehr warm gewesen. Die Sonne habe direkt auf die Bühne geschienen, und auch die Scheinwerfer hätten die Luft dort aufgewärmt. Ob das der Grund für den Schwächeanfall gewesen sei, könne sie aber nicht beurteilen, meinte Klug.

(apa)

24.8.2005 18:03