Freitag, 26. August 2005

Geheimer Untersuchungsbericht: Kritik an CIA wegen mangelnder Terror-Abwehr

  • Schwere Vorwürfe gegen Ex-Geheimdienstchef Tenet
  • Mehr als ein Dutzend weitere Beamte beschuldigt

In einem geheimen Untersuchungsbericht des US-Geheimdienstes CIA werden nach Informationen der "New York Times" schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen CIA-Chef George Tenet erhoben. Tenet werde vorgeworfen, vor den Anschlägen vom 11. September 2001 keine Strategie für den Kampf gegen Al-Kaida entwickelt und umgesetzt zu haben, berichtete die Zeitung unter Berufung auf amtierende und ehemalige Regierungsvertreter.

Tenet selbst habe 1998 in einer Mitteilung an Geheimdienste geschrieben, die USA befänden sich im Krieg mit Al-Kaida. Das gehe aus dem mit Spannung erwarteten Bericht des CIA-Generalinspektors hervor, in dem auch mehr als ein Dutzend weitere frühere und derzeitige CIA-Mitarbeiter kritisiert würden. Tenet äußerte sich nicht zu dem Zeitungsbericht.

CIA-Chef Porter Goss habe den vor drei Jahren vom US-Kongress angeforderten Untersuchungsbericht den Geheimdienstausschüssen des Senats und Repräsentantenhauses vorgelegt, berichtete die Zeitung. Regierungsvertreter gingen laut "New York Times" davon aus, dass Tenet und anderen pensionierten CIA-Mitarbeitern nur noch eine schriftliche Rüge drohen könne. Tenet war im Juli 2004 nach sieben Jahren an der Spitze des Geheimdienstes zurückgetreten. (apa)

26.8.2005 10:48