Atomverhandler aus Iran bei der IAEO in Wien: Treffen mit ElBaradei am Programm
- Verhandlungen mit der EU-Trio 'positiv' verlaufen
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA bzw. IAEO) sei der Hauptansprechpartner Teherans im Streit im das iranische Atomprogramm. Dies stellte der iranische Unterhändler Ali Larijani bei den Atomverhandlungen mit dem EU-Trio aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien am Freitag in Wien nach einer Unterredung mit IAEO-Generaldirektor Mohammed ElBaradei fest. Verhandlungen, ob mit den Europäern oder anderen Akteuren, könnten als "Katalysator dienen, um den Zwist beizulegen".
Larijani erklärte, blockfreie Staaten des Non-Alignement-Movement sowie andere "größere Staaten" hätten sich demnach für einen Eintritt in Atomverhandlungen mit Teheran sowohl parallel zu den Gesprächen mit dem EU-Trio als auch separat dazu interessiert. Namentlich nannte Larijani diesbezüglich Südafrika.
Larijani sagte: "Wir erachten die Verhandlungen mit der EU positiv. Sie können noch immer positiv ausgehen." Der iranische Unterhändler verwehrte sich jedoch dagegen, dass EU-Trio als exklusiven Ansprechpartner im Atomstreit mit Teheran anzusehen.
Auf die Frage, wann die Verhandlungen mit Berlin, Paris und London wieder aufgenommen würden, antwortete Larijani, man müsse dem neuen iranischen Präsident Mahmud Ahmadinejad "vernünftig Zeit geben", um neue Vorschläge zu erarbeiten und diese zu präsentieren. Dies könnte in einem Monat der Fall sein.
Der Unterhändler betonte: "Der Iran hat das Recht und den Bedarf auf Nukleartechnologie." Die Argumentation, dass die ölreiche Islamische Republik keine Kernenergie brauche, habe keine feste Grundlage.
Der Iran befürchte nicht, dass der Atomstreit vor dem Sicherheitsrat der UNO landen könnte, fügte Larijani hinzu. Besonders strich er hervor, dass die vor zwei Wochen wieder aufgenommenen Aktivitäten zur Umwandlung von Uran in den Anlagen von Isfahan streng von der IAEO kontrolliert würden.
Das EU-Verhandlungstrio hatte am 5. August einen Kompromissvorschlag vorgelegt, wonach der Iran auf die Produktion von nuklearem Brennstoff verzichten sollte. Im Gegenzug sollte das Land verstärkte wirtschaftliche politische und nukleare Zusammenarbeit erhalten. Die iranische Seite lehnte das ab und nahm daraufhin die Aktivitäten in Isfahan auf.
Vor zwei Wochen verabschiedete die IAEO eine Resolution, in der Teheran aufgefordert wurde, die Iran-Umwandlung wieder auszusetzen. Ansonsten würde der Weltsicherheitsrat eingeschaltet.
(apa/red)
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