Donnerstag, 25. August 2005

Tsunami-Welle schwappte mehrfach um die Erde: Messungen sogar in Peru und Kanada

  • Katastrophe kostete 178.000 Menschen das Leben

Die tödliche Tsunami-Welle vom Dezember vergangenen Jahres schwappte mehrmals um die Erde und erreichte sogar Peru und Kanada. Das Wissenschaftsmagazin "Science" berichtete im Internet, Forscher hätten die Welle mit Hilfe von Satellitenaufzeichnungen um die ganze Welt verfolgt. Die Strömung sei noch einen Tag später messbar gewesen.

Ein Forscherteam unter der Leitung von Vasily Titov vom Pazifischen Marine-Laboratorium in Seattle fand heraus, dass die Welle sich in einem komplizierten Muster um die Welt ausbreitete und dabei von Unebenheiten auf dem Meeresboden geleitet wurde. Die Strömung habe mehrfach die Erde umrundet, bevor sie schließlich verebbt sei, erklärte Titov.

In Callao in Peru, 18.345 Kilometer östlich des Epizentrums, und in Halifax in Kanada, 23.175 Kilometer westlich, war die gemessene Welle höher als auf den Cocos-Inseln, die nur etwa 1.600 Kilometer vom Epizentrum entfernt liegen. Titovs Team begründete dies mit dem Ost-West-Verlauf der Strömung. Auf den Cocos-Inseln wurde die Welle mit 30,5 Zentimetern gemessen, in Callao und Halifax waren es mit 50,8 Zentimetern deutlich mehr. Andere Messungen wurden vorgenommen in Kodiak, Alaska (26,4 Zentimeter), in Point Reyes, Kalifornien (39,6 Zentimeter), auf den Falkand-Inseln (45,2 Zentimeter), in Newlyn, England (5,1 Zentimeter) und in Brest in der Bretagne (8,1 Zentimeter).

Der Tsunami vom 26. Dezember vergangenen Jahres kostete in elf Ländern mindestens 178.000 Menschen das Leben. (apa/red)

25.8.2005 16:06