Anschlag in südrussischer Teilrepublik Inguschetien: Premier Malsagow verletzt
- Zwei Sprengsätze explodiert: Leibwächter getötet
Bei einem Bombenanschlag in der südrussischen Teilrepublik Inguschetien ist der örtliche Regierungschef Ibragim Malsagow verletzt worden. Unbekannte Täter zündeten am Donnerstag in der an Tschetschenien angrenzenden Republik zwei Sprengsätze, als der Politiker in seinem Dienstwagen in der Stadt Nasran vorbeifuhr.
Bei dem Anschlag wurde ein Leibwächter Malsagows getötet, teilte ein Polizeisprecher nach Angaben der Agentur Interfax mit. Demnach wurden neben Malsagow zwei weitere Menschen verletzt.
Die beiden Bomben explodierten in einem Abstand von etwa zehn Metern vor dem Bahnhof von Nasran. Malsagow wurde mit Splitterverletzungen und einer Gehirnerschütterung in ein Krankenhaus gebracht. Sein Gesundheitszustand sei zufriedenstellend, sagte ein Regierungssprecher. Die Detonation hat laut der Sicherheitskräfte das Auto des Politikers zerstört.
Inguschetien grenzt an die Teilrepublik Tschetschenien, wo Rebellen seit zehn Jahren für die Unabhängigkeit der Region kämpfen und wo es beinahe täglich zu Gefechten mit der russischen Armee kommt. Rebellen und Terror-Organisationen versuchen seit Jahren, den blutigen Tschetschenien-Konflikt auf den gesamten Nordkaukasus auszuweiten.
In der Teilrepublik Dagestan östlich von Tschetschenien wurden seit Jahresbeginn mehr als 70 Bombenanschläge verübt. Die Gewalt hat aber bereits wiederholt auch Inguschetien erreicht: Im Juni 2004 hatten tschetschenische Rebellen bei einem nächtlichen Überfall auf Nasran fast 100 Moskau-treue Polizisten, Beamte und Politiker getötet und die Stadt vorübergehend unter ihre Kontrolle gebracht.
(apa)
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