Maßnahmen gegen Vogelgrippe-Gefahr: Kein EU-weites Freilaufverbot für Geflügel
- Kontrollen in der EU sollen aber verstärkt werden
·Vogelgrippe: Droht jetzt globale Seuche?
Russland: Erstmals Verdacht in Geflügelfarm
·Keine Freilandhühner
mehr in Deutschland!
Kein Einsperren der "Hendl" in Österreich
·Die Ausbreitung der Vogelgrippe seit 1878
Erstmals in Italien als Tierkrankheit beschrieben
In der Europäischen Union wird es vorerst kein EU-weites Verbot der Freilaufhaltung von Geflügel geben, um eine mögliche Ausbreitung der Vogelgrippe aus Russland nach Europa zu verhindern. Fachleute aus den 25 EU-Staaten konnten sich am Donnerstag in Brüssel nicht darauf einigen, das in den Niederlanden bereits geltende Freilandverbot für Hühner und anderes Geflügel für die gesamte Union vorzuschreiben. Die Kontrollen des Geflügels in der EU sollen jedoch verstärkt werden, teilte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel mit.
"Ein generelles Verbot der Freilandhaltung zum Schutz vor infizierten Zugvögeln wird derzeit als der Gefährdung nicht angemessen betrachtet", sagte der Sprecher. "Angesichts unserer Kenntnis über die Route der Zugvögel haben die Experten beschlossen, dass die Gefahr abhängig von der jeweiligen Region gering oder sogar verschwindend klein ist."
Auch der deutsche Verbraucherstaatssekretär Alexander Müller sagte am Rand des Treffens: "Die Gefahr wird im Augenblick noch als niedrig eingestuft." Allerdings müsse man "auf der Hut sein."
Die Experten aus den EU-Staaten forderten die Regierungen zu verstärkter Wachsamkeit auf. Es sei entscheidend, ein mögliches Auftreten der Vogelgrippe sofort zu entdecken. Über gezielte Maßnahmen müsse "von Fall zu Fall auf örtlicher Basis" entschieden werden. So könne beispielsweise das Wegsperren von Geflügel sinnvoll sein, wenn sich deren Gehege in unmittelbarer Nähe von Teichen befinden, auf denen Zugvögel zwischenlanden. Dort könnten auch Schutzimpfungen geboten sein.
Auch eine bessere Unterrichtung der Bauern über die Vogelgrippe und deren Symptome "in verständlicher Sprache" wurde von den Fachleuten angeregt. Zudem müsse der Schutz von Beschäftigten in Geflügelfarmen sicher gestellt werden.
Wichtig sei, die Einhaltung der EU-Einfuhrverbote peinlichst genau durchzusetzen. Die EU hat die Einfuhr von frischem Geflügelfleisch und unbehandelten Federn aus einer Reihe von Staaten - unter anderem China, Russland und Kasachstan - bereits verboten. Geflügelfleisch, das auf mindestens 70 Grad Celsius erhitzt wurde, fällt jedoch nicht unter das Einfuhrverbot. Das auch für Menschen gefährliche Virus hatte sich über Südostasien nach Russland ausgebreitet.
Die Vogelgrippe-Viren sind möglicherweise mit der Eisenbahn nach Sibirien gekommen. Experten prüften eine Verbreitung der Vogelgrippe durch Geflügel, das auf diesem Weg durch Russland transportiert wurde, sagte Müller. "Es gab Zweifel, ob infizierte Vögel überhaupt so weit fliegen können."
Die Geflügelhalter in den Niederlanden müssen ihre Tiere seit Montag wegsperren, um eine mögliche Infektion mit dem Virus H5N1 zum Beispiel durch Zugvögel zu verhindern.
(apa/red)
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