Horror-Crash in Peru: Dutzende Tote bei Flugzeugabsturz im Urwald Südamerikas
- Baby fast unverletzt in Armen seiner toten Mutter
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Es war bereits das fünfte schwere Flugzeugunglück seit Beginn des Monats: Bei der Bruchlandung einer Boeing 737-200 in einem Sumpfgebiet in Peru sind nach jüngsten Angaben der Behörden vom Mittwoch 39 Menschen ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich am Vortag während eines schweren Tropensturms. Die Maschine der staatlichen peruanischen Fluggesellschaft TANS zerbrach und fing Feuer. Dennoch konnten 59 Menschen dem Inferno entkommen, hieß es unter Berufung auf Krankenhäuser. An Bord waren 90 Passagiere und 8 Besatzungsmitglieder. Zunächst war von 92 Passagieren und 41 Toten berichtet worden.
Der Pilot des Fluges TJ-204 von Lima in die Urwaldhauptstadt Iquitos hatte gerade über die Lautsprecheranlage die Zwischenlandung in der Stadt Pucallpa in zehn Minuten angekündigt, als die Katastrophe ihren Lauf nahm. "Das Flugzeug wurde von immer härteren Schlägen erschüttert und hin- und hergerissen. Dann gab es eine schwere Explosion und einen fürchterlichen Schlag. Ich sah ein Loch im Rumpf, bin hinausgeklettert und im Regen um mein Leben gelaufen", zitierte die Zeitung "El Comercio" einen Überlebenden. Auf den Flughäfen von Lima und Iquitos spielten sich erschütternde Szenen ab, als Angehörige von dem Unglück erfuhren.
Den Rettungskräften bot sich an der Absturzstelle etwa 800 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Lima ein Bild des Grauens. Die Leichen waren über einen Radius von 150 Metern in dem sumpfigen Waldgebiet verteilt. Ein Baby fanden die Helfer fast unverletzt in den Armen seiner toten Mutter. Ebely Gonzalez habe ihren einjährigen Sohn im Augenblick des Todes an die Brust gedrückt und ihm so das Leben gerettet. Von der 24 Jahre alten Maschine mit der Kennung OB-1809 P waren nur noch Trümmer übrig. Einer der Flugschreiber wurde gefunden.
Lob für den Piloten
Der Sprecher von TANS, Jorge Belevan, zollte dem Piloten der zivilen Fluggesellschaft der Luftwaffe Respekt. Nur seiner Notlandung sei es zu verdanken, dass überhaupt jemand das Unglück überlebte. An Bord der Maschine sollen sich auch 16 Ausländer befunden haben. Es handle sich um elf Amerikaner, zwei Italiener und je einen Spanier, einen Australianer und einen Kolumbianer.
Die Tragödie in Peru ist das fünfte schwere Flugzeugunglück binnen weniger Wochen mit insgesamt mindestens 333 Todesopfern. Die Serie begann am 2. August, als ein Airbus A340 der Air France in Toronto über die Piste hinausschoss und in Brand geriet. Wie durch ein Wunder überlebten alle 309 Menschen an Bord. Nur vier Tage später stürzte eine Propellermaschine vom Typ ATR 72 der tunesischen Fluglinie Tuninter vor Sizilien ins Mittelmeer. 13 Menschen starben und drei gelten als vermisst.
Am 16. August starben alle 121 Menschen an Bord einer Maschine der zypriotischen Fluggesellschaft Helios, die in Griechenland abstürzte. Erst vor einer Woche zerschellte ein Flugzeug der kolumbianischen Regionalfluglinie West Caribbean Airways in Venezuela. Alle 160 Menschen an Bord starben. Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr starben weltweit 514 Menschen bei Flugzeugunglücken.
(apa/red)
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