Montag, 22. August 2005

London-Teror: Zweiter Bruder des in Rom gefassten Rucksack-Bombers freigelassen

  • Ramsi Issac wurde unter Hausarrest gestellt
  • Verdacht der terroristischen Verschwörung

Der vor drei Wochen in der norditalienischen Stadt Brescia festgenommene Bruder des in Rom verhafteten mutmaßlichen Rucksack-Attentäters von London, Ramsi Issac, ist freigelassen worden. Dies wurde von einem Gericht in Rom beschlossen. Der Bruder des verdächtigen Äthiopiers Hamdi Adus Issac war am 30. Juli in Rom festgenommen worden. Seitdem war er in der römischen Strafanstalt Regina Coeli in Haft. Ramsi Issac, der den aus London flüchtenden Bruder in Rom beherbergt hatte, soll Dokumente gefälscht haben. Remzi Issac bleibt unter Hausarrest.

Am Samstag hatte ein Gericht in Brescia einen weiteren Bruder des Rucksack-Bombers, Fati Issac, freigelassen. Ein Schwurgericht in Rom hatte dem von den britischen Behörden eingebrachten Antrag auf Auslieferung Hamdi Issacs nach Großbritannien Grünes Licht gegeben. Der Brite äthiopischer Herkunft, der wegen Beteiligung an einer terroristischen Verschwörung und Besitzes gefälschter Dokumente angeklagt ist, soll innerhalb von 35 Tagen nach Großbritannien zurückkehren. In diesem Zeitraum wollen die italienischen Behörden weitere Ermittlungen über die Verbindungen der Familienangehörigen Issacs zu islamistischen Kreisen in Italien führen.

Nach Angaben seiner Anwältin Sonnessa hat Issac eingeräumt, am 21. Juli eine Bombe in der Londoner U-Bahn-Station Shepherd's Bush gezündet zu haben. Er habe aber sicher gestellt, dass dabei niemand verletzt oder getötet werde. Sonnessa hat angekündigt, beim Kassationsgericht, der letzten Instanz im italienischen Strafsystem, Einspruch gegen die Auslieferung erheben zu wollen. Die britischen Behörden werden von dem italienischen Rechtsanwalt Paolo Iorio vertreten, der sich gegen eine zeitlich befristete Auslieferung gewehrt hatte.

Am 21. Juli waren in London Sprengsätze in drei U-Bahn-Stationen und einem Bus explodiert, Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. Die Anschlagsserie erinnerte an die Selbstmordattentate vom 7. Juli, bei denen neben den Tätern 52 weitere Menschen ums Leben kamen. (apa/red)

22.8.2005 11:34