Donnerstag, 25. August 2005

Ernest Kaltenegger: Kandidat der KPÖ will Sprung in den steirischen Landtag packen

  • "Mieter-Nothelfer" erlebte einen stetigen Aufstieg
  • Kommunist hat keine Ambitionen auf Bundesebene

Mit Ernst Kaltenegger, geboren am 28. November 1949, zog 1998 erstmals nach vier Jahrzehnten ein Kommunist in die Regierung einer Landeshauptstadt ein. 2003 toppte der gebürtige Obersteirer, der seine ersten politischen Sporen bei der SPÖ verdient hatte, mit nahezu unglaublichen 21 Prozent, zwölf Mandaten und zwei Senatssitzen den Erfolg in Graz. Jetzt will er es landesweit wissen - dabei soll es dann auch bleiben, Ambitionen auf Bundesebene weist das frühere Mitglied der Parteileitung entschieden zurück.

Vor allem der 1992 eingerichtete "Mieter-Notruf" traf die Sorgen vieler. Mittlerweile gibt es vier Notrufe im Bundesland, neben Kaltenegger und Wilfriede Monogioudis (Ex-Grüne) in Graz sitzt inzwischen auch in Leoben ein KPÖ-Vertreter in der Stadtregierung. Mit dem ihm eigenen verschmitzten Lächeln blickt der als pragmatisch bekannte Politiker auf seine erste Wahl 1983 zurück: Mit 174 Stimmen Überhang blieb damals die KPÖ gerade noch im Gemeinderat - dann ging es bergauf.

Sein Image als "Nothelfer" pflegt Kaltenegger bewusst: Ein Teil seines Gehalts kommt Bedürftigen zu Gute, an jedem Jahreswechsel legt er vor Medienvertretern penibel Bilanz, wie viele Menschen er vor der Delogierung bewahrt und wie viele neue Duschen er bezuschusst hat. Entsprechend liest sich auch seine "Botschaft" auf der Homepage der Stadt Graz: "Auch das ist Kultur: Ein Bad für jede Gemeindewohnung." (apa/red)

25.8.2005 16:39