Donnerstag, 25. August 2005

Franz Voves: Alle Informationen zum Gewinner der steirischen Landtagswahlen!

  • Früherer Versicherungsmanager und Eishockeycrack
  • Ziel: "VP-Dominanz" in der Grünen Mark soll fallen

Franz Voves hat es geschafft: Der 52-jährige steirische SPÖ-Chef hat bei der Landtagswahl am Sonntag mit seiner Partei die ÖVP erstmals seit 1945 auch nach Mandaten vom ersten Platz verdrängt und wird aller Voraussicht nach nächster Landeshauptmann der Steiermark. Profitiert haben dürfte er von den Flops und Affären, die vor allem die bisherige Landeshauptfrau Waltraud Klasnic in Schwierigkeit gebracht hatten.

Geboren am 28. Februar 1953 in Graz, war seine Jugend vom Sport geprägt: Beim "Arbeiter-, Turn- und Sportverein Eggenberg" (ATSE) wagte der Sohn eines Puch-Arbeiters - eine Herkunft, die er gerne betont - die ersten Schritte aufs Eis. Mit seinem Verein wurde er zwei Mal österreichischer Eishockey-Meister, spielte als Mittelstürmer im Nationalteam bei sieben Weltmeisterschaften und bei den Olympischen Spielen in Innsbruck 1976. Nach der Matura studierte Voves Betriebswirtschaft, schloss 1978 ab und begann in einem Grazer Steuerberaterbüro zu arbeiten. 1979 wechselte er zur Merkur-Versicherung, wo er 1989 in den Vorstand aufstieg.

Als Quereinsteiger "beerbte" er 2002 Peter Schachner-Blazizek an der Spitze der steirischen Sozialdemokraten. Im Jahr 2001 nach seinem Wahlziel für die Landtagswahl gefragt, war Voves angesichts der damals fest im Sattel sitzenden ÖVP Waltraud Klasnics noch bescheiden gewesen: "Man sollte Realist sein, was den Abstand zur VP betrifft. Aber es ist Ziel, die Absolute der ÖVP in der Regierung zu brechen."

Mit den Turbulenzen um den Energieversorger EStAG, aus denen sich die Sozialdemokraten geschickt heraushielten, begannen die Chancen der SPÖ zu steigen - auch die persönlichen Werte Voves' kletterten langsam aber stetig nach oben. Er selbst fasste in seinem Auftreten in der Öffentlichkeit immer besser Tritt. Im Wahlkampf gab er sich gern leutselig, immer wieder griff er bei Veranstaltungen auch selber zum Mikrofon und sorgte mit Gesangseinlagen für Stimmung.

Die ÖVP fiel durch schlechtes Krisenmanagement immer weiter zurück. Voves wiederum beging nicht den Fehler seines Vorgängers Peter Schachner-Blazizek, Klasnic direkt und persönlich zu attackieren. Im Gegenteil, die Affäre um den Wahlkampfknigge der ÖVP sowie die Kampagne, Voves als "Faulpelz" darzustellen, dürften eher der Volkspartei geschadet haben - ebenso wie die Warnungen, der SPÖ-Chef habe eine Koalition mit der KPÖ bereits ausgedealt. Seine Idee einer Steiermark-Holding als strategisches Beteiligungsinstrument des Landes vertrat Voves beharrlich gegen alle Anfeindungen.

Franz Voves ist in Vasoldsberg im Südosten von Graz zu Hause, ist verheiratet und Vater einer erwachsenen Tochter. (apa/red)

25.8.2005 16:15