Donnerstag, 25. August 2005

Steiermark-Wahl: Ergebnisse seit 1945

  • Traditionell schwarzes Land steht am Prüfstand
  • 14,97 Prozentpunkte trennen SPÖ von der ÖVP

In dem prognostizierten Kopf-an-Kopf-Rennen von ÖVP und SPÖ bei der steirischen Landtagswahl am 2. Oktober steht ein traditionell schwarzes Bundesland am Prüfstand. Seit der ersten Wahl 1945 stellt die ÖVP die Landeshauptleute. Sie war immer stimmenstärkste Partei - mit einer Ausnahme: Von 1953 bis 1957 lag die SPÖ knapp vor der ÖVP, die Volkspartei sicherte sich aber trotzdem den LH-Sessel.

Vor zehn Jahren kam die SPÖ dann der relativen Mehrheit im Landtag noch einmal ziemlich nahe. Der Abstand zur ÖVP schrumpfte bei der Wahl 1995 auf 0,31 Prozentpunkte. Damals zog sich Josef Krainer zurück; seine Nachfolgerin LH Waltraud Klasnic positionierte die ÖVP mit einem großen Wahlerfolg im Jahr 2000 wieder deutlich vor der SPÖ. 14,97 Prozentpunkte trennen die beiden Parteien seither.

Die SPÖ fuhr 2000 mit 32,32 Prozent ihr schlechtestes Landtagswahl-Ergebnis der Zweiten Republik ein; das ÖVP-Ergebnis von 47,29 Prozent liegt im Mittelfeld.

Die ÖVP kam 2000 wieder relativ nah an die absolute Mehrheit heran. Anders als z.B. Tirol, Vorarlberg oder Wien, wo mit Ausnahme einer Legislaturperiode in der Zweiten Republik immer absolute Mehrheiten herrschten, gab es in der Steiermark allerdings nur drei "absolute" Perioden: Von 1945 bis 1949, von 1965 bis 1970 und von 1974 bis 1991 konnte die ÖVP alleine entscheiden.

1974 war bestes Jahr für die ÖVP-Steiermark
Das bestes Ergebnis erreichte die ÖVP 1974 unter Friedrich Niederl mit 53,27 Prozent. Das schlechteste Resultat bescherte ihr die Wahl 1995 mit 36,24 Prozent ein. Die Sozialdemokraten unterboten 2000 mit 32,32 Prozent das bis dahin schlechteste Ergebnis von 34,93 Prozent (1991). Ihr bestes Ergebnis hatte die SPÖ 1970 mit 44,71 Prozent, 1953 war es ihr mit 41,09 Prozent gelungen, die ÖVP auf Platz 2 zu verweisen.

Die FPÖ war in der Steiermark immer relativ stark und seit ihrem ersten Antreten (als Wahlpartei der Unabhängigen) im Jahr 1949 durchgehend im Landtag vertreten. In der Ära Haider legte sie - wie in allen Ländern - massiv zu. Bei der Wahl 2000, der ersten nach Bildung der schwarz-blauen Bundeskoalition, wendete sich allerdings bereits das Blatt. Der Verlust von 4,74 Prozentpunkten war allerdings ein vergleichsweise noch geringer; mit 12,41 Prozent blieb man immer noch sehr klar über den 4,59 Prozent des Jahres 1986, als Jörg Haider die FPÖ übernahm.

Wechselhafte Erfolge der Grünen
Wechselhaft war die Geschichte der Grünen in der Steiermark: 1986 schafften sie bei ihrem ersten Antreten sofort den Einzug in den Landtag, 1991 flogen sie allerdings wieder raus. 1995 brachte die Rückkehr und die Wahl 2000 das bisher beste Ergebnis.

Die KPÖ, der bei der heurigen Wahl gute Chancen gegeben werden, trat zwar bei allen Wahlen der Zweiten Republik an, musste sich bei der Wahl 1970 aber aus dem Landtag verabschieden, wo sie von 1945 bis 1953 und von 1961 bis 1970 vertreten war. Von früher zwischen drei und mehr als fünf Prozent fiel die KPÖ ab 1970 auf Ergebnisse zwischen 1,35 und 0,57 Prozent. Wie die Großparteien auch hat die KPÖ ihre schlechtesten beiden Ergebnisse - deutlich unter einem Prozent - bei den Wahlen der Ära Haider bekommen. Im Jahr 2000 schaffte sie schon einen klaren Zuwachs auf 1,03 Prozent. (apa/red)

25.8.2005 15:27