Donnerstag, 25. August 2005

Burgenland-Wahl: Alle Ergebnisse seit 1945

  • Seit 1964 regiert die SPÖ im östlichsten Bundesland
  • Grünen schafften 2000 den Einzug in den Landtag

Das Burgenland ist - neben Wien und Salzburg - eines der drei derzeit "roten" Bundesländer. Seit 1964 regiert dort die SPÖ. Ihre Position an der Spitze scheint bei der Wahl am 9. Oktober nicht gefährdet; es werden ihr sogar Chancen gegeben, die zuletzt 1987 verlorene absolute Mehrheit wieder zu erringen. Seit der Wahl 2000, die den Grünen den lange angestrebten Einzug in den Landtag brachte, sitzen vier Parteien im Landtag. Dabei dürfte es - wenn die FPÖ es schafft - auch bleiben, denn eine Kandidatur des BZÖ zeichnet sich derzeit nicht ab.

Bei der Wahl im Jahr 2000 hatte die ÖVP gehofft, die 1964 verlorene Macht wieder zu erobern. Diese "Wende" gelang nicht, im Gegenteil: Die ÖVP fiel mit einem leichten Verlust auf ihren historischen Tiefststand im südlichsten Bundesland. Die SPÖ blieb unangefochten an der Spitze, verpasste aber um zwei Mandate die absolute Mehrheit; Landeshauptmann Hans Niessl regiert seither auf Basis von Arbeitsübereinkommen mit ÖVP und Grünen.

Bei den fünf ersten Wahlen der Zweiten Republik - von 1945 bis 1960 - wählten die Burgenländer "schwarz"; zwei Mal errang die ÖVP in diesen Jahren - in denen von 1945 bis 1956 auch die KPÖ und seit 1949 die FPÖ im Landtag vertreten waren - sogar die absolute Mehrheit. Danach ging es ständig bergab - bis 1964 die SPÖ schließlich stimmenstärkste Partei wurde.

SPÖ seit 1964 an der Macht
Die SPÖ startete 1964 - unter Hans Bögl - mit der relativen Mehrheit und wurde dann unter Theodor Kery vier Mal mit der "Absoluten" ausgestattet. Diese verlor sie 1987, nach einer kräftigen Niederlage bei gleichzeitig deutlichem Zugewinn der FPÖ. Seither lag die SPÖ deutlich unter 50 Prozent; ihren bisher letzten Stimmenverlust musste sie 1996 hinnehmen.

Die FPÖ war im Burgenland nicht durchgehend im Landtag vertreten. Bei drei Wahlen - 1968, 1977 und 1982 - gelang es ihr nicht, ein Mandat zu erringen. In der Ära Haider legten die Freiheitlichen - wie in den anderen Ländern auch - zu, bis auf fast 15 Prozent. 2000 mussten sie bereits einen ersten, noch relativ glimpflichen, Verlust hinnehmen.

Den Grünen gelang es im Burgenland erst bei der vorigen Wahl, Landtagspartei zu werden. Seither sitzen wieder vier Parteien im Landesparlament - wie zuvor erst einmal, von 1953 bis 1957, als SPÖ, ÖVP, FPÖ und KPÖ dem Landtag angehörten. (apa/red)

25.8.2005 15:32