Mittwoch, 24. August 2005

Urlauber schliefen Notquartieren: Rund 1.000 Reisende saßen allein in Tirol fest

  • Situation in den Ausweichlagern hat sich beruhigt
  • Helfer versorgten die Urlauber mit Lebensmitteln

Rund 1.000 Menschen mussten nach Angaben des Roten Kreuzes in Tirol die Nacht wegen überfluteter und gesperrter Straßen in Notquartieren verbringen. Betroffen waren vor allem Durchreisende und Berufskraftfahrer.

"Die Situation in den Ausweichlagern im Tiroler Unterland, vor allem in Kramsach, Wörgl und Kufstein, hat sich weiter beruhigt", berichtete Oswald Gritsch, stv. Landesrettungskommandant des Roten Kreuzes. "Jetzt geht's bei den meisten weiter." Der Großteil der Betroffenen habe in Hotels und Pensionen untergebracht werden können, Gemeinden sorgten für geeignete Notunterkünfte.

Auch der Arbeiter-Samariter-Bund Tirol versorgte Autofahrer, die wegen der Sperre der Inntalautobahn und der Tiroler Bundesstraße bei nasskaltem Wetter festsaßen. Touristen aus Griechenland, Großbritannien, Italien und Deutschland, darunter mehr als 50 Kinder, wurden in einer Volksschule untergebracht.

Helfer versorgten die Reisenden
Die Helfer richteten zunächst eine Versorgungskette ein und gaben an die festsitzenden Reisenden warme Getränke aus. Gleichzeitig wurde nach Rücksprache mit dem Bürgermeister von Kirchbichl in der Volksschule des Ortes eine Notunterkunft für 104 Personen aufgebaut. In der Früh konnten die Urlauber die Notunterkunft verlassen und über Ausweichrouten weiterreisen. Zuvor waren sie mit einem Frühstück versorgt worden.

"Gut 100 Mitarbeiter waren bei der Betreuung der Betroffenen in den Lagern und in den Staus im Einsatz", bilanzierte Gritsch. "Jetzt unterstützen wir weiterhin mit unseren Kriseninterventionsteams und mit unseren Mitarbeitern in der Ö3-Kummernummer." Unter der Telefonnummer 0810-600-300 sind von 6.30 Uhr bis 24.00 Uhr zehn RK-Mitarbeiter aus den Bereichen Katastrophenhilfe und Krisenintervention erreichbar und können Fragen zur weiteren Hilfe beantworten.

Trinkwasseraufbearbeitung vorbereitet
Bis zu 300 Rotkreuzhelfer waren während des Hochwassers in allen Teilen Tirols im Einsatz. Die Landesorganisation bereitete sich auf einen Einsatz zur Trinkwasseraufbereitung vor. Nach Anforderung könne innerhalb einer Stunde aus verschmutztem Wasser sauberes Trinkwasser produziert werden. (apa)

24.8.2005 10:13