Hochwasser-Lage in Steiermark beruhigt: Aufräumungsarbeiten sind in vollem Gange
- Hangsprengung im Katastrophenort Gasen
·Tirol: Aufräumeinsatz
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Experte: Einsturzgefahr ist schwer zu erkennen
Im Gegensatz zu Tirol und Vorarlberg waren die Einsatzkräfte und freiwilligen Helfer in der südlichen und östlichen Steiermark am Dienstag bereits mit den Aufräumungsarbeiten nach den Überschwemmungen und Murenabgängen beschäftigt. Die Niederschläge haben aufgehört, die Pegelstände der Wasserläufe sanken. Nahe des am schwersten betroffenen oststeirischen Gasen sprengte das Bundesheer einen gefährdeten Hang kontrolliert ab.
In Gasen - eine Frau war dort bei einem Murenabgang getötet, eine weitere schwer verletzt worden - waren am Dienstag rund 300 Bundesheersoldaten vom Jägerbataillon 18 aus St. Michael, freiwillige Helfer, Mitarbeiter der Straßenmeistereien und der Weizer Bezirksbauleitung sowie Feuerwehrleute mit Aufräum- und Sicherungsarbeiten beschäftigt. Pioniere sprengten einen Hang an der Landesstraße L104 einige Kilometer östlich Richtung Birkfeld. Pioniere werden am Mittwoch eine bei Stubenberg beschädigte Brücke über die Feistritz neu bauen. In Gasen selbst waren mittlerweile rund 35 Objekte evakuiert, einige Gemeindestraßen noch vermurt. Es werde bis Donnerstag dauern, sie frei zu bekommen.
Im Bezirk Deutschlandsberg in Geißeregg sowie in Wetzawinkel bei Gleisdorf im oststeirischen Bezirk Weiz musste je eine Familie wegen einer drohenden Hangrutschung in Sicherheit gebracht werden. Laut Kurt Kalcher von der Landeswarnzentrale wurden am Dienstag Erkundungen aus der Luft durchgeführt, um beurteilen zu können, ob die Evakuierungen aufrecht bleiben.
Gesperrt waren nach wie vor Landesstraßen bei Breitenau, Gasen, Birkfeld sowie nach Tyrnau im Bezirk Graz Umgebung. Die steirischen Christgewerkschafter forderten indes "endlich klare Regelungen im Arbeitsrecht für die "ehrenamtlichen Helfer, die neben ihrer Freizeit oftmals auch ihr Leben und die Gesundheit riskieren". Der Großteil der Feuerwehr- und Rettungskräfte habe keinen Anspruch auf Dienstfreistellung, viele müssten sogar Urlaub nehmen, jedenfalls aber auf die Kulanz ihres Chefs hoffen, hieß es.
Spektakulärer Unfall in Kärnten
Auch in Kärnten hat sich die Situation am Dienstag bereits deutlich entspannt. Die Niederschläge hatten aufgehört, in Klagenfurt kam zu Mittag sogar die Sonne hervor. Die Feuerwehren waren vor allem im Lavanttal aber weiter mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Mehrere nach Hangrutschungen gesperrten Straßen wurden laut Verkehrspolizei für den Verkehr freigegeben.
Eine Autofahrerin, die in der Früh mit ihrem Fahrzeug in die hochwasserführende Lavant nördlich von Wolfsberg gestürzt war, konnte nach zweistündigen Rettungsarbeiten geborgen werden. Da das halb im Wasser versunkene Auto von der reißenden Strömung mitgerissen zu werden drohte, wurde mit einem Hubschrauber ein Stahlseil zur Sicherung des Fahrzeugs über den Fluss gezogen. Die 72-Jährige bewies gute Nerven, sie ließ während der gesamten Aktion die Scheiben ihres Pkw geschlossen und geriet nicht in Panik. Mit einem Kran konnte das Fahrzeug samt Lenkerin aus dem Fluss gehoben werden.
(apa/red)
