Dienstag, 23. August 2005

Salzburg fürchtet schweres Hochwasser: Situation im Oberpinzgau besonders kritisch

  • Mittersill, Bramberg und Hollersbach wieder betroffen
  • Pegel der Donau in Niederösterreich weiter steigend

Im Oberpinzgau wurde am Dienstagnachmittag mit umfangreichen Sicherungsmaßnahmen begonnen. Besonders betroffen waren vor allem die Gemeinden Mittersill, Brambach, Neukirchen und Hollersbach. "Von Mittersill Fluss aufwärts hat es massive Austritte der Salzach gegeben, allerdings war es hauptsächlich im Grünland", sagte der Pressesprecher der Bezirkshauptmannschaft Zell am See, Franz Michel, zur APA.

In den Nachmittagstunden setzten sich 60 Soldaten der Jägerschule Saalfelden nach Mittersill in Marsch. Aufgabe der Soldaten ist die Unterstützung der Einsatzkräfte in Mittersill, Hollersbach und Bramberg bei Sicherungsmaßnahmen entlang der Salzach. Auf Grund der ergiebigen Regenfälle sind in diesem Gebiet die Gewässer stark angestiegen. Die Assistenzleistung, die von der BH Zell am See angefordert wurde, ist vorerst für zwei Tage geplant.

Die Feuerwehren sind im eigenen Ortsgebiet von Mittersill, Bramberg, Neukirchen, Hollersbach im Einsatz. Zur Unterstützung im Krisengebiet sind die Florianijünger aus Saalfelden, St. Martin bei Lofer, Lend, Taxenbach, Rauris, Dienten, Unken, Lofer und auch Matrei ( Osttirol ) im Einsatz.

Pegel der Donau in NÖ weiter "steigend"
Weiter "steigend" lautete die Prognose für den Wasserstand der Donau in Niederösterreich. Nach Angaben der Abteilung Hydrologie des Landes sollte der Pegel um 21.00 Uhr etwa einen Meter höher sein als noch um 6.00 Uhr und damit 15 Stunden zuvor. Das galt insbesondere für die Messstellen Kienstock und Korneuburg.

In Ybbs waren in der Früh 3,89 Meter gemessen worden, am Abend sollten es 4,50 Meter sein. In Kienstock (von 4,55 auf 5,70) und Korneuburg (von 4,06 auf 5,10) rechneten die Hydrologen mit einem Plus von jeweils mehr als einem Meter, in Wildungsmauer mit 80 Zentimetern (von 4,20 auf 5,00).

Keine Gefahr in Oberösterreich
Keine Hochwassergefahr besteht vorerst in Oberösterreich. Auf Grund der starken Niederschläge in Tirol sei für den Nachmittag ein leichtes Ansteigen des Inn und in weiterer Folge auch der Donau zu erwarten, berichtete Andreas Dworzak vom Hydrographischen Dienst des Landes am Vormittag. Die Hochwasserwarngrenzen werden aber vermutlich nicht erreicht.

"Oberösterreich wird im Laufe des Nachmittags an die Vorwarngrenzen herankommen", sagte Dworzak. Da im Land ob der Enns allerdings wenig bis gar keine Niederschläge erwartet werden, bestehe mit größter Wahrscheinlichkeit keine Hochwassergefahr. (apa/red)

23.8.2005 10:14