Mittwoch, 24. August 2005

Schülerschwund in Österreich: 27 Volks-schulen sperren im Herbst nicht mehr auf

  • 17 Standorte werden allein in Kärnten geschlossen
  • 9.200 Volksschulkinder weniger als vor einem Jahr

Der anhaltende Schülerschwund zeigt Wirkung: Mit Schulbeginn werden 27 Volksschulen nicht mehr aufsperren, alleine 17 davon in Kärnten, fünf in Tirol, vier im Burgenland und eine in der Steiermark. Im Bildungsministerium konnte man diese Zahlen unter Hinweis auf die Zuständigkeit der Länder für diesen Schulzweig nicht bestätigen. Insgesamt gibt es in Österreich rund 3.300 Volksschulen.

Einer Prognose des Bildungsministeriums zufolge wird es im kommenden Schuljahr an den Volksschulen nur mehr 348.000 Kinder geben, das sind um 9.200 oder 2,6 Prozent weniger als im vergangenen Schuljahr. 2009/10 (Prognose: 323.900) werden noch einmal rund 25.000 Volksschüler weniger in den Klassen sitzen.

Im Ministerium verweist man auf die im Rahmen des Finanzausgleichs zusätzlich zur Verfügung gestellten Mittel in der Höhe von zwölf Millionen Euro für die Landeslehrer. Das bedeute zwischen 400 und 450 zusätzliche Dienstposten, die zweckgebunden für den Erhalt kleiner Schulen oder den sonderpädagogischen Bereich sind.

Aber auch die Länder bemühen sich darum, die Schule im Ort zu lassen. So gibt es laut "Kronen Zeitung" in Tirol 20 Schulen mit weniger als zehn Kindern, die als Schulversuch weitergeführt werden. In Kärnten bezahlt das Land selbst 371 Lehrkräfte und wendet dafür knapp 16 Mio. Euro auf. Und in Niederösterreich versucht man nicht die Schüler pendeln zu lassen, wenn eine Schule zu klein geworden ist, sondern die Direktoren und Lehrer. (apa/red)

24.8.2005 12:02