Dienstag, 23. August 2005

Heinz Christian Strache: Bin kein Ausländer- feind, Abgrenzung von NS-Gedankengut!

  • Diskussion um Homepage: "Nicht rechtsradikal"
  • FPÖ-Chef erster Gast im ORF-Sommergespräch

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat im ersten ORF-Sommergespräch mit den Parteiobleuten Dienstag abend betont, dass er "kein Ausländerfeind" sei. Gleichzeitig betonte er aber, dass "wir zu viele Ausländer und leider oft die falschen in Österreich haben". Strache unterstrich ferner, dass er sich vom NS-Gedankengut abgrenze. Die Frage nach der Spitzenkandidatur der FPÖ für die Nationalratswahl beantwortete Strache damit, dass auch ein Quereinsteiger antreten könnte.

Für die Landtagswahlen im Oktober erwartet sich der FPÖ-Chef den Einzug in der Steiermark und den "deutlichen Einzug mit über sieben Prozent" im Burgenland. Sein Wahlziel für Wien sei, die absolute Mehrheit der SPÖ zu brechen. Eine Wiedervereinigung von FPÖ und BZÖ schloss er dezidiert aus: "Nein, ich stehe für Täuschungsmanöver nicht zur Verfügung. Jörg Haider ist ein brillanter Verkäufer gewesen, aber er hat auch Wähler verkauft".

Strache beantwortete die Frage, ob er ein Deutscher sei mit der Feststellung, "ich bin leidenschaftlicher Österreicher". Ob er die ehemalige Aussage des heutigen BZÖ-Chefs Haider, wonach die österreichische Nation eine ideologische Missgeburt sei, unterstütze? Strache dazu: "Es gibt eine Staatsnation und eine Kulturnation."

Auf seine Homepage angesprochen geriet der FPÖ-Chef ein wenig ins Trudeln als er von Armin Wolf auf die Zusammenfassung über ein Buch von Ernst Jünger angesprochen wurde. Wolf: "Ich fand das eine ganz tolle Zusammenfassung von dem Buch und ich habe Sie bewundert, dass Sie so gut schreiben." Strache: "Ich schreibe gern, ich habe Gastkommentare geschrieben." Als Wolf ihn damit konfrontierte, dass beim Durchlaufen des Textes durch eine Suchmaschine im Internet der selbe Text auf einer rechtsradikalen deutschen Internet-Homepage von 1998 wortwörtlich wiedergefunden wurde, sagte Strache: "Ich habe meine Homepage nicht selbst geschrieben." Er wies ferner zurück, dass seine Mitarbeiter von rechtsradikalen Homepages abschreiben würden. Strache: "Ich kann auf diesen Unsinn keine Antwort geben. Wenn Sie den Text, der das Buch beschreibt, als rechtsradikal definieren, ist das ihre Angelegenheit. Der Text, der das Buch beschreibt, ist mit Sicherheit kein rechtsradikaler."

Drogentest verlief negativ
Zu Drogenvorwürfen aus dem Jahr 2002 - Strache war vorgeworfen worden, Kokain konsumiert zu haben - betonte der FPÖ-Chef, dass ein Drogentest negativ verlaufen sei. "Ich habe nie mit illegalen Drogen zu tun gehabt."

Strache zeigte sich überzeugt, dass es auf Bundesebene zu keinen vorgezogenen Neuwahlen kommt. "Schwarz-Orange sind bedingungslos aneinander gekettet." Jörg Haider sei nicht seine politische Vaterfigur. Strache wiederholte die Vorwürfe, dass die früheren FPÖ-Spitzenpolitiker Haider und Susanne Riess-Passer Wasser gepredigt und Wein getrunken hätten. "Auf der einen Seite eine 60.000-Schilling-Einkommensgrenze einzuführen, aber heimlich sich einen Fünf-Millionen-Spesentopf zu genehmigen, ist nicht die ehrliche Politik, die ich mir vorstelle". Es seien Klagen sowohl gegen Haider als auch gegen Riess-Passer in Ausarbeitung.

(apa)

23.8.2005 22:39