Mittwoch, 17. August 2005

Wurm Zotob wütet bei großen US-Medien: In Österreich bisher noch keine Infektionen

  • Firmennetze mit Windows 2000 besonders betroffen
  • Microsoft bietet Patch zum Schließen der Lücke an

Auf den Computern mehrerer Firmennetze in den USA sind Varianten des Computerwurms Zotob aufgetaucht, der eine Sicherheitslücke des Betriebssystems Windows ausnutzt. Betroffen sind vor allem Rechner mit der älteren Version Windows 2000. Einige Hacker versuchten, Varianten des Wurms in Umlauf zu bringen, sagte am Dienstag die Leiterin des Microsoft-Sicherheitszentrums, Debby Fry Wilson.

In Österreich sei der Virus noch nicht gesichtet worden, sagte Ernest J. Krippl von der Wiener Software-Firma Ikarus auf APA-Anfrage. Krippl rät Besitzern von älteren Programm-Versionen, regelmäßig ein Virusupdate zu machen.

Von Zotob und seinen neuen Varianten Rbot.cbg, SDBot.bzh und Zotob.d wurden in den USA unter anderem die Netze der Medienunternehmen CNN, Associated Press und "New York Times" sowie des Baumaschinenherstellers Caterpillar infiziert. Im Unterschied zu anderen Schadensprogrammen kann sich ein Wurm ohne Zutun eines Anwenders von selbst weiterverbreiten. Wenn der Zotob-Wurm oder eine seiner Varianten in einem Firmennetz nur einen einzigen Computer mit Windows 2000 findet, kann er von dort aus auch Rechner mit dem aktuellen Betriebssystem Windows XP infizieren, wie David Maynor von der Sicherheitsfirma Internet Security Systems erklärte.

"Ein typischer Wurm ist ein Messer mit einer scharfen Schneide", sagte Maynor. "Dieser Wurm aber ist eine Art Schweizer Taschenmesser." Zotob beschädigt keine Daten, behindert aber den Datenverkehr im Netz. Manchmal kommt es bei einem befallenen Computer auch zu einem automatischen Neustart. Microsoft bietet einen Patch, also ein Reparaturprogramm, zur Schließung der Sicherheitslücke an. (apa/red)

17.8.2005 10:55