Unser schwerstes Rennen
- Karl Schranz: Seine Tochter hat Krebs

Diagnose: Lymphdrüsenkrebs.
Wie Österreichs Skilegende mit Tochter Anna gegen die Krankheit kämpft. Und nur noch Vater ist.
Die Diagnose, der Kampf, die unbeugsame Hoffnung Anna Schranz: Protokoll einer Krankheit.
Spätestens nach der mikroskopischen Untersuchung der Gewebsprobe war aus der vagen Befürchtung Gewissheit geworden: Morbus Hodgkin Lymphdrüsenkrebs.
Ultraschallcheck, Computertomografie. Die Tumorexperten der Innsbrucker Universitätsklinik hatten den Befund mehrfach abgesichert, ehe ein Assistenzarzt aus dem Labor kam, um die junge Frau mit dem langen, kastanienbraunen Haar über die Dimension der Diagnose aufzuklären sachlich, aber unmissverständlich: Im Idealfall ist die Sache in ein paar Monaten vom Tisch. Doch ich will ganz offen und ehrlich zu Ihnen sein: Es könnte auch
Doch da ergriff die Mutter der Patientin das Wort geschockt, aber energisch: Erzählen Sie uns nicht, was sein könnte, sagen Sie uns, was wir tun müssen, damit es nicht so wird.
Kämpfer. Ein Satz, aus der Emotion geboren, der zum psychischen Rettungsanker werden sollte. Zum Therapieprogramm jenseits von Chemotherapie und Bestrahlung. Zum Therapieprogramm für die gesamte Familie Schranz:
Auch für Karl, den Dreifachweltmeister, den tragischen Olympiahelden einer ganzen Nation, der zum ersten Mal Teil eines Kampfes wurde, dessen Ergebnis er selbst kaum beeinflussen kann. Auch für Evelyn, seine Frau und Mutter seiner drei Töchter, die das familieneigene Vier-Sterne-Hotel mit eiserner Disziplin weiter managen muss; so, als hätte der Assistenzarzt aus dem Labor gerade einmal einen leichten grippalen Infekt vom Krankenblatt abgelesen. Vor allem und in erster Linie aber für deren älteste Tochter Anna, 21 denn sie ist die Patientin aus der Innsbrucker Universitätsklinik. Sie ist die bildhübsche junge Frau mit dem langen, kastanienbraunen Haar und dem mehrfach abgesicherten Befund.
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