Mittwoch, 17. August 2005

Der Handy-Raubritter

  • Österreich gegen die Handymastensteuer

Die niederösterreichische Handysteuer kostet Konsumenten und Mobilfunkbetreiber Millionen. Jetzt wollen auch andere Bundesländer abcashen. Experten und Sozialpartner fürchten um Österreichs Wirtschaft.

Diese Steuer sprengt die Vorstellungskraft aller Betroffenen. „Es ist unfassbar, dass man das einer modernen, boomenden Industrie antut“, zeigt sich T-Mobile-Boss Georg Pölzl empört. „Die gesamte Mobilfunkbranche ist dadurch bedroht“, warnt A1-Chef Boris Nemsic. Und auch der sonst eher zurückhaltende ONE-Geschäftsführer Jørgen Bang-Jensen findet starke Worte: „So ein verrücktes Gesetz habe ich noch nie erlebt.“

Kampf gegen die Handysteuer. Die ungewohnte Eintracht der sonst erbitterten Handykonkurrenten hat einen guten Grund: die kürzlich im niederösterreichischen Landtag überfallsartig beschlossene Handymastensteuer. Auch Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl, Arbeiterkammerchef Herbert Tumpel und Vizekanzler Hubert Gorbach laufen gegen die neue Verordnung Sturm. Kein Wunder: Immerhin überlegen nach Niederösterreich auch alle anderen Bundesländer außer Wien und Kärnten, Handyanlagen zu besteuern. Der Hintergrund: Die Länder wollen ihre angeschlagenen Budgets sanieren. Kommt die Steuer bundesweit, müssten die Betreiber bis zu 300 Millionen Euro pro Jahr lockermachen. Laut Experten mit fatalen Folgen für die Branche, ihre Kunden und den gesamten Wirtschaftsstandort.

In Niederösterreich werden jedenfalls die Netzbetreiber ab 2006 dazu verdonnert, für jede Handyanlage im Land bis zu 21.000 Euro hinzublättern. In Summe will Landeshauptmann Pröll pro Jahr 62 Millionen Euro lukrieren – um den Wildwuchs an Handymasten einzudämmen, wie es offiziell heißt.

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS
PLUS: Wie Pröll mit der Handysteuer abkassieren will
PLUS: A1-Boss Boris Nemsic: Die Steuer ist üble Geldbeschaffung“
PLUS: T-Mobile-Boss Georg Pölzl: „Pröll gefährdet den ganzen Mobilfunk“

17.8.2005 16:51