Mittwoch, 17. August 2005

Causa Herberstein: ,Mein Gewissen ist rein‘

  • Thomas Hampson zu den neuen Beschuldigungen

Wie sich der Weltstar gegen Vorwürfe wehrt, wie er seine Familie mit Security schützen muss: „Ich bin unvorstellbar belastet.“

Charismatiker wie der von Damen notorisch adorierte Bariton Thomas Hampson mögen in Augenblicken koketter Verzweiflung häufig den Einsatz privater Sicherheitskräfte erwägen. Mit dieser Art Handlungsbedarf allerdings hat der vor kurzem unter bundesweiten Ehren fünfzig Gewordene auch in hässlichen Träumen nicht gerechnet: Am Wochenende zog vor seiner Wiener Villa die private Security auf. Offenbar inspiriert durch detailfrohe Berichterstattung, hatte sich ein Einbrecher am Türschloss zu schaffen gemacht. „In den Medien ist meine persönliche Wiener Wohnadresse veröffentlicht worden. Sie war deutlich in den Hauptabendnachrichten zu erkennen. Einen Tag später wurde dort der erste Einbruchsversuch unternommen. Ich musste private Bewachung anfordern, weil ich um die Sicherheit meiner Kinder fürchte. Auch mir gegenüber wurde eine Massenhysterie entfesselt. Wir werden ohne Beweise beschuldigt, man versucht, uns ohne Beweise öffentlich medial hinzurichten. Vor hundert Jahren wären wir schon an den Bäumen gebaumelt! So etwas nennt man Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte? Ich habe es bisher für unvorstellbar gehalten, dass in Österreich so etwas möglich wäre.“

Die Sache mit der Villa. Spätestens da begriff der im Opern- wie im Konzertfach als Nummer eins der Welt Geführte, dass nichts mehr wie vorher sein würde im Verhältnis zur Wahlheimat Österreich. Was man nach seiner Lebensgefährtin Andrea Herberstein nun auch ihm vorwirft, geht über den vorwöchigen Rohbericht des Rechnungshofs weit hinaus. Dort tadelte man den erheblichen Subventionsbedarf des maroden steirischen Tierparks Herberstein, ortete „Privatentnahmen“ und versuchte Hampson wegen dessen Beratungstätigkeit in die Causa zu involvieren. Jetzt aber haben Gerhard Hirschmann, ein steirischer Lokalpolitiker mit elastischem Berufsverständnis, und ein vor fünf Jahren gefeuerter Exangestellter der Herberstein-Güter angebliche Dokumente veröffentlicht, denen zufolge Herberstein und Hampson öffentliches Geld in die Renovierung der Wiener Villa umgeleitet hätten.

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PLUS: Intrigenfall Herberstein - alle Details von Alfred Worm im innenpolitischen Teil

17.8.2005 16:23