Ärzte schlagen Alarm: Keine Mittel für die neuen Wunderwaffen der Medizin
- Gesundheitssystem kollabiert: Zu viele Spitalsbetten, zu viele Belagstage und jetzt teure Medikamente

Zwei-Klassen-Medizin: Teure, aber hoch wirksame Medikamente gibt es in Österreich nicht für alle Patienten.
Warnschuss: Top-Mediziner fordern endlich mehr Geld für die bestmögliche Gesundheitsversorgung der Österreicher.
System-Fehler: Zu viele Spitalsbetten, zu viele Belagstage und jetzt teure Medikamente das Gesundheitssystem kollabiert.
Wir sind auf dem besten Weg zur Zweiklassenmedizin. Schon heute sind Spitzenmedikamente für alle Patienten durch die vorhandenen Spitalsbudgets nicht mehr abgedeckt. Allein auf meiner Abteilung im AKH habe ich die Kosten für moderne Krebsmedikamente bereits um das Doppelte meines Budgets überzogen. Und viele neue Entwicklungen der Pharmaforschung kommen in Österreich nicht zum Einsatz, weil es finanzielle Restriktionen gibt. Mit starken Worten macht Christoph Zielinski, Leiter der Klinischen Abteilung für Onkologie am Wiener AKH, seinem Ärger Luft. Österreichs anerkannt gutes Gesundheitssystem steht, so Zielinski, vor dem Kollaps.
Zu wenig Geld für Spitzenmedizin. Neue, teure Medikamente, etwa das Antikörperpräparat Herceptin, das als neue Wunderwaffe gegen des Brustkrebs gilt und pro Behandlung 36.000 Euro kostet, können in Österreich eigentlich nicht mehr verabreicht werden, da die Kosten durch die staatliche Krankenversicherung nicht mehr bezahlt werden können. Noch tricksen die Spitäler mit internen Budgetverschiebungen, noch schießen die Länder aus immer knapper werdenden Landesbudgets jene Mittel zu, die die anfallenden Mehrkosten finanzieren. Doch länger als das heurige Jahr werden diese Bemühungen nicht ausreichen, um die explodierenden Kosten abzudecken. Reinhard Krepler, ärztlicher Leiter des Wiener AKH: Wir haben in den letzten Jahren durch Rationalisierungsmaßnahmen und spitalsinterne Budgetumschichtungen einen Großteil der gestiegenen Arzneimittelkosten abfangen können. Doch jetzt sind wir am Limit. Ohne mehr Geld von den Spitalserhaltern ist Spitzenmedizin vor allem in der Kardiologie und in der Krebsbehandlung nicht mehr finanzierbar.
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