Rekordergebnis für voestalpine: Umsatz stieg um ein Viertel, Erwartungen getoppt
- EBIT mit 204,9 (94,4) Mio. Euro mehr als verdoppelt
- Ziel: An das Vorjahresergebnis heranzukommen
Die voestalpine hält sich trotz eines Rekordergebnisses im ersten Quartal und eines positiven Ausblickes für das restliche Geschäftsjahr bedeckt, was die Aussichten für das Gesamtjahr 2005/06 betrifft. Das Unternehmen zeigte sich "zuversichtlich", an das das Rekordergebnis des vergangenen Jahres anschließen zu können, wollte aber keine Gewinnerhöhung versprechen. Preisverhandlungsrunden stehen bevor, bei denen man mit höheren Preisen rechnet, "aber wir wissen noch nicht, wie sich die Preise im Ergebnis niederschlagen werden", sagte voestalpine-Sprecher Wilhelm Nitterl am Freitag zur APA.
Weiters würden die Rohstoffe (Erz, Kohle, Koks) die Aufwendungen um 170 Mio. Euro treiben und eine solche Summe müsse erst einmal verdient werden. Der Konzern, der in den nächsten Tagen die letzten Spurenelemente als Staatsbetrieb verlieren wird - die ÖIAG-Wandelanleihe soll endgültig getilgt und in Aktien verwandelt werden - hat laut Nitterl zwischen 500 Mio. und 1 Mrd. Euro für eventuelle Zukäufe in der Kriegskasse. Dabei will man das Hauptaugenmerk auf "den Osten vor der Haustür" legen, für Akquisitionen kommen die Verarbeitungsdivisionen (Motion, Profilform, Eisenbahnsysteme) - nicht aber die Stahldivision selbst - in Frage.
Das am Freitag veröffentlichte Quartalsergebnis der voestalpine hat selbst die hoch gesteckten Erwartungen der Analysten übertroffen. Das operative Ergebnis (EBIT) wurde mit 204,9 (94,4) Mio. Euro im Quartalsvergleich mehr als verdoppelt. Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 24 Prozent auf 1.668,5 Mio. Euro nach 1.347,4 Mio. Euro im Vergleichszeitraum 2004. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Abschreibungen (EBITD) verbesserte sich um 83 Prozent auf 297,6 (162,4) Mio. Euro. Mehr als verdoppelt hat sich das Ergebnis vor Steuern (EBT), das von 81,6 auf 198,4 Mio. Euro wuchs. Das Ergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche wurde gegenüber dem Vergleichszeitraum auf 148,2 (53,2) Mio. Euro beinahe verdreifacht.
Das Ergebnis des aufgegebenen Geschäftsbereichs voestalpine Matzner GmbH wurde auf null gestellt (nach -2,8 Mio. Euro im ersten Quartal 2004/05). Das Ergebnis nach Steuern (Nettoergebnis) hat sich mit einer Steigerung von 50,4 auf 148,2 Mio. Euro (plus 194 Prozent) beinahe verdreifacht. Das Ergebnis je Aktie stieg in den fortgeführten Geschäftsbereichen von 1,31 auf 3,70 Euro.
Im Vorfeld hatten von der APA befragte Analysten im Mittel bei einem Umsatz von 1,644 Mrd. Euro ein EBIT von 186,7 Mio. Euro, ein EBITD von 280,6 Mio. Euro und ein Nettoergebnis von 127,9 Mio. Euro erwartet.
Alle wesentlichen Konzerngesellschaften hätten deutlich positive Ergebnisse ausgewiesen, teilte das Unternehmen bei Veröffentlichung der Ergebnisse mit. Die Konzernleitung sehe sich damit in ihrer Strategie, die Wertschöpfungskette in definierten Verarbeitungsbereichen in Richtung Endkunden zu entwickeln, bestätigt.
Der voestalpine-Konzern beschäftigte per 30. Juni 2005 23.432 Mitarbeiter, um 1,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.
(apa)

