Mittwoch, 17. August 2005

Auch die Banken sparen: Finanzinstitute sperren in Österreich weiter Filialen zu

  • Zahl sank im ersten Halbjahr leicht auf 5.225
  • Fünf Bankenneugründungen und eine Schließung

Die heimischen Banken sperren im Inland weiterhin Filialen zu. Der Trend der vergangenen Jahre zur Reduktion der Bankstellen habe sich auch im ersten Halbjahr 2005 fortgesetzt, so die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Mittwoch in einer Pressemitteilung. Die Zahl der Bankstellen verringerte sich um 24 auf 5.224. Damit entfallen rund 1.570 Einwohner auf eine Bankstelle.

Gleichzeitig erhöhte sich die Anzahl der Auslandsfilialen österreichischer Banken um drei auf 43.

Die Anzahl der Hauptanstalten der in Österreich ansässigen Kreditinstitute hat sich im ersten Halbjahr 2005 um 4 auf 886 erhöht. Die Zweigstellen gingen von 4.366 auf 4.338 zurück. Auf eine Bankstelle entfielen knapp mehr als 1.570 Einwohner, das sind rund 70 mehr als im Vorjahr.

Trotz des kontinuierlichen Rückganges der Anzahl der Bankstellen liege die Zahl im internationalen Vergleich aber nach wie vor hoch, so die OeNB. In Deutschland beispielsweise belaufe sich die Bankstellendichte auf rund 2.170 Einwohner, in der Schweiz auf 2.080 Einwohner pro Bankstelle.

Dichte im Burgenland am größten
Innerhalb Österreichs ist die Bankstellendichte im Burgenland mit knapp 1.100 Einwohner pro Bankstelle am höchsten. In Wien sind es 2.500 Einwohner pro Bankstelle. Mit Ausnahme der Steiermark und Wiens liegt die Bankstellendichte in allen anderen Bundesländern über dem Österreichdurchschnitt von 1.570 Einwohnern pro Bankstelle.

Die Erhöhung der Hauptanstalten im ersten Halbjahr 2005 basierte auf fünf Neugründungen und einer Schließung. Neu gegründet wurden die Dexia Kommunalkredit Bank AG, die Global Refund Austria GmbH, die Interchange (Austria) GmbH, die VR-Bank Braunau ZWNL der VR-Bank Rottal-Inn und die Volksbank Raiffeisenbank Berchtesgadener Land ZWNL VR-Bank Salzburg. Schließungsgrund bei der GOFFIN Change Wechselstuben GmbH war eine Konzessionszurücklegung.

43 Stellen wurden geschlossen
Die Abnahme der Bankstellen im ersten Halbjahr 2005 um insgesamt 24 Einheiten war eine Folge von 19 Neugründungen und der Schließung von 43 Bankstellen. In Wien wurden acht Bankstellen neu gegründet, in Oberösterreich und Salzburg waren es jeweils 3, in Niederösterreich 2 und im Burgenland, in Tirol und in Vorarlberg jeweils 1. Die Schließungen von 43 Bankstellen verteilten sich auf Tirol (-13), Niederösterreich (-12), Oberösterreich (-6), Burgenland (-4), Wien (-3), Salzburg und Steiermark (jeweils -2), sowie Kärnten (-1).

In den 886 Kreditinstituten waren 24 Zweigniederlassungen ausländischer Banken (hievon sind 23 auf Basis der Niederlassungsfreiheit in Österreich tätig) enthalten. Sieben Aktienbanken und neun Sonderbanken befanden sich zu 100 Prozent, weitere sechs Aktienbanken und drei Sonderbanken mehrheitlich in Auslandsbesitz.

Zudem übten 270 ausländische Kreditinstitute zum Berichtszeitpunkt ihre Tätigkeit in Österreich auf Basis der Dienstleistungsfreiheit aus, Ende 2004 waren es 254.

Von inländischen Kreditinstituten im Ausland wurden heuer in den ersten sechs Monaten 43 Filialen (Ende 2004: 40) und 50 Repräsentanzen im Ausland (Ende 2004: 49) betrieben.
(apa)

17.8.2005 12:25