Mittwoch, 17. August 2005

Schmach für England: 1:4-Debakel in Dänemark schlimmste Niederlage seit 1980

  • Dänen mit Dreifachschlag innerhalb von 7 Minuten
  • Mexiko und USA auf bestem Weg nach Deutschland

Die Generalprobe für den bevorstehenden "heißen Herbst" in der WM-Qualifikation hat in England heftige Schockwellen ausgelöst. Nach der 1:4-Pleite in Kopenhagen gegen Dänemark meinte der "Daily Mirror": "Die Fans brauchen jetzt psychologische Behandlung." Gar von einem Desaster sprach Teamchef Sven-Göran Eriksson: "Wenn wir so weiter spielen, können wir die WM vergessen."

Polen, in der Gruppe sechs mit zwei Punkten Vorsprung auf England Tabellenführer und am 3. September der nächste Gegner der Österreicher, gewann dagegen vor den Augen von ÖFB-Teamchefassistent Slavko Kovacic mit einem 3:2-Finalsieg über Israel das Lobanowski-Turnier in Kiew.

Für England setzte es die höchste Länderspiel-Niederlage seit 25 Jahren. 1980 waren die "Söhne Albions" im britischen Duell mit Wales ebenfalls 1:4 unter die Räder gekommen. "England hat fantastische Talente, aber im Moment fehlt einfach der Teamgeist", schrieb "The Independent" und prophezeite der Mannschaft einen steinigen Weg zur Endrunde nach Deutschland.

Kapitän David Beckham fand keine Erklärung für den Einbruch der "Three Lions" in der zweiten Spielhälfte: "Das tut im Moment schon weh." Mit drei Toren zwischen der 60. und der 67. Minute hatten Dennis Rommedahl, Jon Dahl Tomasson und Michael Gravgaard die Pleite der Gäste besiegelt.

"Schade, dass es nur ein Testmatch war"
Dänemark freute sich dagegen über den sensationellen Erfolg. "England bekam eine freundschaftliche Tracht Prügel", bejubelte die Zeitung "Berlingske Tidende" eine "fantastische Generalprobe" für das nächste Spiel der Skandinavier in der Türkei. Eine Partie, die die Dänen unbedingt gewinnen müssen, um sich die Chance auf ein WM-Ticket zu erhalten. "Schade, dass es nur ein Testmatch war", sagte Trainer Morten Olsen nach der Gala seiner Mannschaft ein wenig bedauernd.

Auch Polen kann mit viel Selbstvertrauen in die Partie gegen Österreich gehen. Dem 3:2 gegen Serbien/Montenegro folgte am Mittwoch mit einer völlig anderen Elf ein 3:2 gegen Israel. Der erst in der 73. Minute eingewechselte Hüne Grzegorz Rasiak drehte die Partie mit einem Doppelpack (77., 89.) zu Gunsten der Polen, die ab der 33. Minute (Rot für Torhüter Boruc) nur noch zu Zehnt spielten.

"Unglaublich. Sie haben 25 Spieler, ob es Ausfälle gibt, ist völlig unerheblich. Sie verfügen über viele Legionäre und eine sehr gute Mannschaft. Aber zu 80 Prozent wissen wir, wie sie gegen uns spielen werden", zeigte sich ÖFB-Teamchef Hans Krankl vom Potenzial der Mannschaft von Pawel Janas beeindruckt.

ÖFB-Spion warnt vor Polen
"Spion" Kovacic sah zwei "Freundschaftsspiele ohne harte Attacken, nicht so wie in der WM-Qualifikation". "Die Polen haben viel probiert, aber es hat sich bestätigt, dass sie hinten gut stehen, ein gutes Mittelfeld und drei sehr bewegliche Stürmer haben. Das wird sicher nicht leicht, wir müssen sehr konzentriert und in der Defensive sehr kompakt spielen." Kovacic errechnete ein Durchschnittsalter der polnischen Mannschaft von fast 30 Jahren. "Sie ist seit Jahren zusammen und hat sich gemeinsam entwickelt", sagt er.

Mexiko und USA auf bestem Weg nach Deutschland
Mexiko und die USA haben sich auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland auch am Mittwoch nicht stoppen lassen. Mexiko besiegte im Heimspiel der CONCACAF-Qualifikation für Mittel und Nordamerika Costa Rica mit 2:0 und führt weiter ungeschlagen die Gruppe einen Punkt vor den USA (1:0 gegen Trinidad/Tobago) an.

Mit neun bzw. acht Punkten Vorsprung auf das viertplatzierte Costa Rica sind die beiden Top-Teams wohl kaum noch aus den drei Aufstiegsrängen zu verdrängen. Dritter ist Guatemala (ebenfalls sieben Zähler).

Jared Borgetti brachte Mexiko in der 62. Minute in Führung und wurde damit alleiniger Rekord-Torschütze seines Landes. Der Stürmer setzte sich mit seinem 36. Länderspiel-Tor von Carlos Hermosillo und Luis Hernandez (je 35) ab. (apa/red)

17.8.2005 22:50