Montag, 15. August 2005

Schwache Leistung gegen Schottland: ÖFB- Kicker mit 2:2-Remis gegen "Bravehearts"

  • Späte Tore verhindern total Blamage des ÖFB-Teams
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Zwei späte Tore haben Österreichs Fußball-Nationalteam am Mittwoch in Graz vor einer völlig verpatzten Generalprobe für das vorentscheidende WM-Qualifikations-Auswärtsspiel gegen Polen am 3. September bewahrt. Die favorisierte ÖFB-Truppe erkämpfte sich nach schwacher Leistung und starkem Finish gegen Schottland gerade noch ein 2:2 (0:2)-Remis. Miller (3.) und O'Connor (39.) brachten die Gäste vor 13.800 Zuschauern im Schwarzenegger-Stadion überraschend in Front, Joker-Tore durch Ibertsberger (83.) und Aufhauser (87.) sorgten jedoch noch für ein halbwegs versöhnliches Ende.

Österreich ist nun in Graz weiterhin seit 11. April 1989 (1:2 gegen CSFR) ungeschlagen, Teamchef Hans Krankl hat zudem mit seiner Truppe seit der Quali-Niederlage gegen Polen am 9. Oktober 2004 in nunmehr sechs Spielen nicht verloren. In den Auswärtsspielen gegen Polen und Aserbaidschan wird jedoch eine gehörige Steigerung notwendig sein.

Für beide Teams ist die Qualifikation für die WM 2006 in relativ weite Ferne gerückt, beim Treffen in Graz galt es daher Selbstvertrauen für die im Herbst anstehende "Mission Impossible" zu tanken. Den Schotten (am 3. September zu Hause gegen Italien) gelang dabei nach 2:39 Minuten ein Traumstart. Kühbauer verlor den Ball an Quashie, beim Lochpass des Southampton-Spielers rutschte Gercaliu (38. Debütant der Krankl-Ära) unglücklich aus und hob das Abseits auf, Miller zog alleine auf Payer zu, umkurvte diesen und schob lässig ein - 0:1.

Krankl, der vor dem vierten Graz-Ländermatch seiner Ära (nunmehrige Bilanz: 1 Sieg, 3 Remis, 0 Niederlagen) ganz speziell vor dem flinken Miller gewarnt hatte, sah zunächst eine passende Reaktion seiner Truppe. Einen Freistoß von Ivanschitz parierte Gordon bravourös (6.), nach Schopp-Hereingabe von der rechten Seite schrammte Pressley nur hauchdünn an einem Eigentor vorbei (10.). Doch dann hatte die stark ersatzgeschwächte (ohne zahlreiche Verletzte und Europacup-Kicker), junge schottische Truppe das Geschehen wieder im Griff.

Spritzig, überraschend ballsicher und selbstbewusst wirbelten vor allem Miller, O'Connor und Quashie durch die verunsicherte ÖFB-Defensive, der Rest der Truppe von Teamchef Walter Smith verrichtete hervorragende Defensivarbeit und machte die Räume eng. Österreichs einziges Mittel waren bei viel Unordnung und wenig Ideen verzweifelte Fernschüsse. Doch die Versuche von Kühbauer (25.) - hatte bei einem ungeahndeten Ellbogencheck gegen Quashie Glück (36.) - Aufhauser (30.), Schopp (38.) und Vastic (41., Mayrleb fälschte knapp neben das Tor ab) scheiterten.

Effizienz pur hingegen bei den Schotten: O'Neil spielte auf O'Connor, dieser zog aus 18 Metern trocken und flach ab und traf genau ins linke Eck (39.). Der überraschte Rapid-Schlussmann Payer zeigte keinerlei Reaktion. Kurz vor der Pause verpasste ein Kopfball von Caldwell nur knapp das ÖFB-Tor (45.).

Nach der Kabinenpredigt gab Krankl seinen Kickern die Chance zur Rehabilitation, tauschte nur im Tor Schranz für den an der Achilles-Sehne angeschlagenen Payer. Am Geschehen änderte sich jedoch nur wenig. Die Schotten ließen mit der komfortablen Führung im Rücken die Österreicher kommen, die totale Ideenlosigkeit der ersten Hälfte setzte sich jedoch auf ÖFB-Seite nahtlos fort. Chancen durch Ivanschitz (59.), Akagündüz (69.) und Standfest (75.) unterbrachen das Pfeifkonzert der enttäuschten Fans.

Nach 83 Minuten wurde jedoch das "Grande Finale" eingeläutet. Ein scharfer Schuss von Ibertsberger wurde unhaltbar ins linke Kreuzeck abgefälscht. Ein Ruck ging durch die Mannschaft und sogar der Ausgleich gelang noch: nach Freistoß von Ivanschitz konnte der eingewechselte Schotten-Goalie Douglas den Ball nur wegfausten, GAK-Spieler Standfest war in seinem Heimstadion zur Stelle und drückte per Kopf ein. Ein versöhnliches Ende eines unterm Strich dennoch enttäuschenden Länderspiels.

Österreich - Schottland 2:2 (0:2)
Graz, Arnold-Schwarzenegger-Stadion, 13.800, SR Selcuk Dereli/Türkei.

Torfolge:
0:1 ( 3.) Miller
0:2 (39.) O'Connor
1:2 (83.) Ibertsberger
2:2 (87.) Standfest

Österreich: Payer (46. Schranz) - Dospel (54. Standfest), Ehmann, Pogatetz, Gercaliu - Schopp (69. Ibertsberger), Kühbauer (79. Säumel), Aufhauser, Ivanschitz - Mayrleb (66. Akagündüz), Vastic (66. Kuljic)

Schottland: Gordon (46. Douglas) - Caldwell, Pressley (46. Anderson), Webster, Alexander - McNamara, Dailly, O'Neil (46. Severin), Quashie (73. Hughes) - Miller (46. Riordan), O'Connor

Gelbe Karten: keine
Die besten Spieler: Standfest bzw. Miller, O'Connor, Quashie

(apa)

15.8.2005 14:13