Iceman siegt bei Türkei-Premiere: Triumph von Räikkönen vor Alonso und Montoya!
- Klien meldet sich zurück: Achter Rang, ein WM-Punkt
- Michael Schumacher am Istanbul-Ring ausgeschieden
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Kimi Räikkönen hat drei Wochen nach Budapest auch die Formel-1-Grand-Prix-Premiere in der Türkei gewonnen, mit seinem fünften Saisonsieg aber nur zwei Punkte auf Fernando Alonso (Renault) gut gemacht. Der spanische WM-Leader "erbte" vor 90.000 Zuschauern Platz zwei ausgerechnet von Räikkönens McLaren-Mercedes- Teamkollegen Juan Pablo Montoya, der im Finish zwei Mal von der Strecke geriet und Dritter wurde. Fünf Rennen vor Schluss führt Alonso damit in der WM 24 Punkte vor Räikkönen.
Zudem hat Alonso mit dem Finnen nun nur noch einen ernst zu nehmenden WM-Gegner. Titelverteidiger Michael Schumacher (Ferrari) musste nach einer Kollision mit dem Williams von Mark Webber aufgeben und hat als WM-Dritter bereits 40 Zähler Rückstand. Erstmals seit Mitte Juni in Kanada wieder in die Punkteränge kam Christian Klien. Der von Platz zehn gestartete Österreicher wurde unmittelbar hinter seinem Red-Bull-Teamkollegen David Coulthard Achter und holte seinen fünften WM-Zähler.
Pole-Mann Räikkönen wurde nur am Start kurzfristig von Giancarlo Fisichella ausgetrickst, der italienische Renault-Pilot patzte aber noch in der ersten Runde. Danach war Räikkönen souverän, fuhr im turbulenten (die Startaufstellung stand erst nach Mittag fest), aber gelungenen Debüt der Formel 1 in der Türkei bei rund 30 Grad einen Riesen-Vorsprung und einen Start-Ziel-Sieg heraus, obwohl sein Silberpfeil deutlich schwerer war als die Renaults und er seinen Motor schon zum zweiten Mal verwendete. McLaren-Mercedes ist eindeutig das stärkste Team derzeit, trotzdem genügen Alonso weiterhin zweite und dritte Plätze, um mit 24 Jahren jüngster Weltmeister der F1-Geschichte zu werden.
Montoya-Ausrutscher verhindern Doppelsieg
Nur Montoya kam mit einem Zwischenspurt in der zweiten Rennhälfte kurzfristig auf sieben Sekunden an den führenden Räikkönen heran. Im Finish vermasselte der Kolumbianer aber den ersten McLaren-Doppelsieg seit fünf Jahren. Zunächst wurde er beim Überrunden vom Jordan des Portugiesen Tiago Monteiro angeschubst und beschädigte dabei seinen Diffusor. Eine Runde später machte Montoya mit einem weiten Ausflug in der Kurve acht Platz für Alonso, der sich artig für dieses Geschenk bedankte. "Das war am Ende eine nette Überraschung", schmunzelte der Spanier, gestand aber: "Ich bin enttäuscht, weil ich mit den McLaren nicht mithalten konnte. Unter normalen Umständen hätte ich Juan Pablo nicht überholen können."
Räikkönen schmunzelte ausnahmsweise und gab sich kämpferisch. "Ein Doppelsieg wäre nett gewesen, wir hatten das perfekteste Auto. Aber auch zwei Punkte können am Ende einen Riesenunterschied ausmachen." Montoya entschuldigte sich: "Ich hatte plötzlich keinen Grip mehr."
Zu diesem Zeitpunkt war Michael Schumacher nur noch Zuschauer. Im Rennen der letzten Chance kollidierte der Champion früh mit dem Williams von Webber, kehrte in der 33. Runde zwar ins Rennen zurück, gab aber in der 51. endgültig auf. "Wir mussten nach der Kollision die Lenkung wechseln. Weiterzufahren war nur Schadensbegrenzung für Monza", sagte der Deutsche und gestand zum Thema Titelverteidigung: "Darüber denken wir nicht mehr wirklich nach."
Klien: "War jede Runde am Limit"
Während Williams-BMW einen Totalausfall verzeichnete, kamen bei der Türkei-Premiere beide Red Bull-Autos in die Punkteränge. Klien wurde zwar beim ersten Boxenstopp von Coulthard überholt, war aber dennoch zufrieden. "Heute war jede Runde am Limit. David ist nach mir an die Box gekommen und hat dadurch Zeit gut gemacht. Ich habe versucht, dran zu bleiben und ihn in einen Fehler zu pushen, wir sind aber heute beide fehlerfrei gefahren", erklärte der Vorarlberger. "Wichtig war letztlich, einen WM-Punkt nach Hause getragen zu haben."
(apa/red)
