Donnerstag, 18. August 2005

Leichtathletik Golden League Meeting in Zürich: Lebedewa jagt den Millionen-Jackpot!

  • Sturz verhinderte Steeple-Weltrekord von Shaheen
  • Erste Zürich-Niederlage für Mutola nach zwölf Siegen

Tatjana Lebedewa benötigt noch zwei Siege, um sich die Dollar-Million zu sichern. Die 29-jährige Dreispringerin aus Russland triumphierte am Freitagabend trotz Achillessehnenbeschwerden mit 14,94 Meter auch im vierten Golden-League-Meeting in Zürich, wo im Dauerregen neun Weltmeister von Helsinki siegten und sieben Titelträger Niederlagen kassierten.

"Diesmal ging es nur gegen mich selbst und die Schmerzen. Mit jedem Sprung wurde es besser und ich hatte am Ende überhaupt keine Probleme", betonte Lebedewa. Sie muss für den großen Zahltag auch noch kommenden Freitag in Brüssel und am 4. September in Berlin gewinnen.

Die Olympiasiegerin im Weitsprung hatte wegen ihrer Probleme bei der WM in Helsinki nach der Dreisprung-Qualifikation gepasst und damit auf den möglichen Titel-Hattrick nach 2001 und 2003 verzichtet. In der Schweiz verwies sie aber die zwischenzeitlich führende Weltmeisterin Trecia Smith aus Jamaika (14,67) auf Platz zwei.

Durch das Jackpot-Aus von 100-m-Europarekordlerin Christine Arron aus Frankreich,, die trotz 10,99 Sekunden hinter Veronica Campbell (Jamaika/10,85), Weltmeisterin Lauryn Williams (USA/10,88) und Chandra Sturrup (Bahamas/10,97) nur Vierte wurde, ist Lebedewa nun die einzige Jackpot-Anwärterin. "Ich habe beobachtet, wie es Christine Arron erging, spürte aber keinen Druck. Der kommt erst in Berlin" meinte Lebedewa.

Shaheen kann sich Sturz nicht erklären
Bei ähnlichen Bedingungen wie in Helsinki mit zeitweise Blitz und Donner über dem Letzigrund sorgte die WM-Zweite Sanya Richards aus den USA im Duell mit der Olympiasiegerin und Weltmeisterin Tonique Williams-Darling (Bahamas/49,30) in 48,92 Sekunden für die einzige Jahresweltbestleistung des Abends, mit der sie sich auf Rang neun in der "ewigen" Bestenliste vorschob. Der zweifache Weltmeister Saif Saaeed Shaheen aus Katar ließ sich über 3.000-Meter-Hindernis auch von einem Sturz am letzten Wassergraben nicht von seinem 23. Sieg in Serie abbringen, wäre aber wohl ohne diesen Fauxpas Weltrekord gelaufen.

"Die Pace war zu Beginn sehr gut, dann ließen wir etwas Zeit liegen. Ich glaubte aber bis zum Sturz, für den ich keine Erklärung habe, an den Rekord", betonte Shaheen. In Brüssel will er einen neuen Weltrekordversuch starten. Die anderen siegreichen Weltmeister demonstrierten ebenfalls Stärke.

Für 800-m-Läuferin Maria Mutola aus Mosambik, die 2003 die Jackpot-Million als bisher einzige Athletin alleine in Empfang genommen hat, ging dagegen in Zürich eine einmalige Serie von zwölf Siegen en suite zu Ende. Die Ex-Weltmeisterin wurde in 2:00,22 Minuten wie bei der WM und Olympia 2004 nur Vierte, der Sieg ging an die kubanische Weltmeisterin Zulia Calatayud (1:59,16).

(apa/red)

18.8.2005 12:28