Dienstag, 16. August 2005

Trampusch sei Dank: Österreich nun doch
mit drei Fahrern im WM-Straßenrennen

  • In der Länderwertung 0,34 Punkte vor Kroatien

Österreich darf im Herren-Straßenrennen der Rad-Weltmeisterschaften in Madrid am 25. September nun doch drei Fahrer stellen. Dank des zehnten Platzes von Gerhard Trampusch in der am Sonntag beendeten Regio-Tour verdrängte Austria in der Länderwertung der Kontinental-Tour des Weltverbandes (UCI) Kroatien um nur 0,34 Punkte vom 16. Rang der bereinigten Liste und damit darf Bundestrainer Franz Hartl statt eines Solisten immerhin ein ÖRV-Trio nominieren.

Für das WM-Rennen auf dem eher flachen Kurs in Madrid, der Sprinter favorisiert, gelten Bernhard Eisel und Peter Wrolich als Fixstarter, für den dritten Platz kommt u.a. Rene Haselbacher in Frage. "Aber ich kann vorwegnehmen, dass auch Gerhard Trampusch im Kader aufscheinen wird, er hat alleine mehr als ein Viertel unserer 429 Punkte geholt", erklärte ÖRV-Generalsekretär Rudi Massak, der am Dienstag vom zuständigen Weltverbands-Koordinator Philippe Chevalier offiziell informiert wurde.

Die Vergabe der WM-Startplätze wurde nach der Neueinteilung des Radsports in ProTour und fünf Kontinental Touren geändert. Die Top Ten der ProTour-Länderwertung dürfen je neun Fahrer stellen (bisher hatten die besten Länder je zwölf Plätze), für die Länder der untergeordneten Kontinental-Tour gibt es sechs und drei Plätze bzw. nur einen Platz.

"Wir haben zwar nun drei Fahrer, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass das Qualifikationssystem umstritten ist", erklärte Massak. Die Gewichtung habe sich zu Ungunsten das Radsport-Kontinents Europa verschoben. So dürfen etwa der Iran sechs Fahrer und Burkina Faso drei Teilnehmer stellen.

Österreich nimmt in der ProTour trotz guter Leistungen von Eisel, Wrolich, Totschnig und Co. nur den 19. Rang ein (sieben Punkte/für den Tour-de-France-Etappensieg Totschnigs gab's nur drei), in der Kontinental-Tour dürfen aber nur jene Fahrer punkten, die nicht bei Pro-Tour-Teams engagiert sind. "Es ist absurd, dass Kontinental-Teams punkten müssen, damit dann ProTour-Fahrer für die WM nominiert werden", meinte Massak. Für Österreich wirkt sich negativ aus, dass die ÖRV-Teams kaum Startplätze im Ausland bekommen (Ausnahme Volksbank Vorarlberg, wo aber Harald Morscher einziger heimischer Topfahrer ist) und UCI-Rennen in Österreich rar sind.

(apa)

16.8.2005 12:16