WHO warnt: Vogelgrippe könnte sich durch Veränderung zur globalen Seuche ausweiten
- Virus würde sich dann äußerst schnell ausbreiten
- Russland: Vogelgrippe-Verdacht in Geflügelfarm
·Keine Freilandhühner
mehr in Deutschland!
Kein Einsperren der "Hendl" in Österreich
·Die Ausbreitung der Vogelgrippe seit 1878
Erstmals in Italien als Tierkrankheit beschrieben
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Länder eindringlich zu raschen Vorsorgemaßnahmen gegen die Vogelgrippe aufgerufen. Zwar sei das Virus derzeit nur schwer auf den Menschen übertragbar, sagte der Leiter des WHO-Influenza-Programms, Klaus Stöhr, am Wochenende dem NDR. Sollte sich der Erreger aber verändern, wäre eine globale Seuche möglich, "wie wir sie noch nicht gesehen haben".
"Wer jetzt noch nicht angefangen hat mit der Pandemie- Vorbereitung, für den sollte es jetzt das letzte Signal sein", sagte Stöhr. Es gebe Modelle, wonach es nur drei oder sechs Monate dauern würde, bis sich der Erreger auf der ganzen Welt verbreitet habe. "Man muss dann davon ausgehen, dass zwischen einem Drittel, vielleicht einem Viertel aller erkranken, die meisten sehr mild, aber einige wohl doch sehr schwer", sagte Stöhr.
Wegen des Verdachts auf Vogelgrippe haben die russischen Veterinärbehörden am Wochenende erstmals eine große Geflügelfarm in Westsibirien abgesperrt. Wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete, könnte die Tötung der 142.000 Tiere auf der Farm nahe der Stadt Omsk 2.250 Kilometer östlich von Moskau angeordnet werden, sollte sich der Verdacht bestätigen. Die ersten Fälle einer Infektion mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 in Russland traten im Juli in Westsibirien auf. Seitdem hat sich die Krankheit auf fünf weitere Provinzen ausgedehnt, darunter auch auf den Ural, die Gebirgsscheide zwischen Asien und Europa. Bisher waren aber nur kleinere landwirtschaftliche Betriebe betroffen.
Es wird vermutet, dass Stockenten und Tafelenten den Erreger von Südostasien nach Russland gebracht haben. Die Umweltorganisation WWF warnte, der legale wie auch illegale Import von bedrohten Vogelarten könne dazu führen, dass die Vogelgrippe nach Europa eingeschleppt werde. Eine Ansteckung durch Zugvögel hält die Organisation dagegen für gering.
(apa/red)
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