Freitag, 19. August 2005

54-Jähriger Deutscher lebte 16 Monate mit Leiche seiner Frau: "Abgöttische Liebe"

  • Konnte sich offenbar nicht von toter Frau trennen
  • Nachbarn haben die Tote als vermisst gemeldet

Ein 54-jähriger Wuppertaler hat 16 Monate mit seiner verstorbenen Frau in einem Haus gelebt. Polizisten fanden die bereits verweste Leiche auf dem Fußboden im Wohnzimmer des Hauses, wie berichtet wurde.

Nachdem Nachbarn die Frau als vermisst gemeldet hatten, verstrickte sich der Wuppertaler gegenüber der Polizei in Widersprüche. Schließlich habe er eingeräumt, dass seine damals 53-jährige Frau bereits im April 2004 verstorben sei. Dann brachte er die Beamten zu der Leiche.

Wegen der "abgöttischen Liebe" zu seiner Frau habe er es nicht fertig gebracht, sich von ihr zu trennen, erklärte der Mann der Polizei zufolge. Zudem habe er im alkoholisiertem Zustand ein "Gefühl der Ausweglosigkeit" gehabt.

Die Obduktion ergab den Angaben nach keine Hinweise auf einen gewaltsamen Tod der Frau. Sie sei vermutlich durch die körperlichen Folgeschäden ihrer langjährigen Alkoholabhängigkeit gestorben. Der 54-Jährige werde jetzt vom sozial-psychologischen Dienst betreut. (apa)

19.8.2005 14:40