200 Bohrlöcher wurden besetzt: Heftiger Streit um Öleinkünfte in Ecuador entbrannt!
- Proteste gegen Förderrechte eines US-Unternehmens
Nach Bolivien ist auch in Ecuador ein heftiger Streit um die Rechte an der Ölförderung im Land entbrannt. Seit Montag besetzen Einwohner der beiden Amazonas-Provinzen Sucumbios und Orellana rund 200 Bohrlöcher sowie zwei Flughäfen. Mit ihrer Aktion wollen sie die Regierung dazu zwingen, die Förderrechte des US-Unternehmens Oxy zu annullieren und Verhandlungen mit anderen Firmen aufzunehmen.
Ziel der neuen Vereinbarungen müsse eine gerechte Verteilung der Öleinkünfte sein, sagte der Gouverneur der Provinz Sucumbios, Guillermo Munoz, am Mittwoch. Es sei "ungerecht, dass Oxy nur 12 Dollar (knapp zehn Euro) pro Fass an Steuern zahlt, während der Preis bei 60 Dollar liegt". Nach seinen Worten wollen die Demonstranten solange weitere Förderquellen besetzen, bis die Regierung auf die Forderung der Demonstranten eingeht.
Laut Munoz gehen die Sicherheitskräfte mit zunehmender Brutalität gegen die Besetzer vor. Seit Montag seien 60 Menschen verletzt worden, vor allem durch Gummigeschosse der Soldaten. Den Demonstranten gelang es, die Zuleitung zur größten Ölpipeline des staatlichen Unternehmens Petroecuador zu unterbrechen. Laut Petroecuador belaufen sich die Verluste durch die Protestbewegung bereits auf 2,65 Millionen Dollar.
Nach Protesten Notstand verhängt
In Ecuador hat die Regierung in zwei Amazonas-Provinzen den Notstand ausgerufen, nachdem dort Demonstranten die Produktion des staatlichen Ölkonzerns Petroecuador fast zum Erliegen gebracht haben. Die von Präsident Alfredo Palacio am Mittwoch erlassene Verordnung schränkt einige Grundrechte ein und ermöglicht es den Sicherheitskräften, die Kontrolle über die Ölfelder in der Region zurückzuerlangen. Die Ölproduktion Petroecuadors ist um mehr als 80 Prozent auf 29.400 Barrel am Tag gesunken (ein Barrel entspricht knapp 159 Litern). Am Montag hatten Bewohner der Provinzen Sucumbios und Orellana Produktionsstätten von Petroecuador besetzt und wichtige Verbindungsstraßen in der Region blockiert.
Die Demonstranten fordern von den Ölkonzernen in der Region eine größere finanzielle Beteiligung an Infrastrukturprojekten und die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze. Zudem solle die Regierung Verträge mit internationalen Ölkonzernen nachverhandeln, um ihre Beteiligung zu erhöhen. Ecuador produziert gewöhnlich rund 530.000 Barrel Öl am Tag.
(apa)
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