Mittwoch, 17. August 2005

Trotz umstrittener Stoiber-Sager: Unions- parteien legen in Umfragen wieder zu

  • CDU/CSU und FDP gemeinsam bei 50 Prozent
  • UMFRAGE: Entscheiden Stoiber-Fehltritte die Wahl?

Der Wirbel um Äußerungen des CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber zum Wahlverhalten von Ostdeutschen hat den Sympathiewerten der deutschen Unionsparteien offenbar nicht geschadet. In einer Umfrage legten CDU und CSU sogar zu. Beim Institut Forsa kamen Union und FDP zusammen auf 50 Prozent, wie das Magazin "Stern" und der Fernsehsender RTL am Mittwoch mitteilten. Eine Erhebung des Instituts für Demoskopie Allensbach erbrachte laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" 50,4 Prozent für Schwarz-Gelb.

Bei Forsa kam die CDU/CSU auf 43 Prozent und die SPD auf 29 Prozent; damit gewannen beide im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt hinzu. Bei der Allensbach-Umfrage erreichte die Union 42 Prozent, die SPD 28 Prozent.

Die Linkspartei fiel bei Forsa um zwei Punkte auf 10 Prozent zurück, bei Allensbach kam sie auf 10,5 Prozent. Forsa zeigte FDP und Grüne unverändert bei je sieben Prozent, bei Allensbach kamen die FDP auf 8,4 Prozent und die Grünen auf acht Prozent.

Die Spitzenposition in Ostdeutschland ist nicht klar vergeben. Laut Forsa-Umfrage ist die CDU im Osten jetzt wieder stärkste Partei; sie kam auf 31 Prozent, die SPD auf 29 Prozent. Die Linkspartei, die eine Woche zuvor bei Forsa mit 31 Prozent noch vorn war, erreichte jetzt nur noch 26 Prozent. Bei der Allensbach-Erhebung hingegen hat sie mit 32 Prozent weiter die Spitzenposition im Osten inne.

Bei einer weiteren Umfrage für den "Stern" meinten 47 Prozent der Befragten, dass Stoiber die CDU/CSU-Kanzlerkandidatin Angela Merkel nur halbherzig unterstütze, 34 Prozent hatten sogar den Eindruck, Stoiber arbeite "eher gegen sie". Nur 13 Prozent meinten, dass Merkel von Stoiber "volle Unterstützung" erhalte.

Nur 52 Prozent der Befragten haben sich laut einer weiteren Erhebung bereits entschieden, wen sie am 18. September wählen wollen; 48 Prozent wissen noch nicht, ob sie überhaupt wählen gehen und wem sie die Stimme geben sollen. Allerdings haben von den erklärten Anhängern der Union schon 74 Prozent ihre Entscheidung getroffen, von den FDP-Fans 60 Prozent.

(apa/red)

17.8.2005 15:04