Anschläge in Bagdad: Bis zu 60 Menschen sterben durch Attentat bei Busbahnhof
- Offizielle Stellen sprechen von nur 44 Getöteten
- Irak: 115 Verletzte in Krankenhäuser eingeliefert
·Keine Einigung auf Verfassungsentwurf
Irak: Abgabefrist ver- längert, Bush optimistisch
Bei dem schwersten Terrorangriff in Bagdad seit mehr als einem Monat sind am Mittwoch Dutzende Menschen getötet worden. Polizisten und Augenzeugen sprachen von rund 60 Toten. Das staatliche Fernsehen berichtete, 44 Menschen seien getötet, 115 verletzt worden. Kurz vor der Fortsetzung der Verhandlungen über eine neue irakische Verfassung hatten die Täter insgesamt drei Autobomben im Zentrum der Hauptstadt gezündet.
Die erste Bombe eines Selbstmordattentäters detonierte vor dem Busbahnhof Al Nahda. Gleichzeitig explodierte nach Polizeiangaben ein abgestelltes Auto auf dem Parkplatz des Bahnhofs. Eine halbe Stunde nach dem Anschlag auf den Busbahnhof zündete ein zweiter Selbstmordattentäter eine Autobombe in der Nähe des Krankenhauses Al Kindi. Zu diesem Zeitpunkt wurden dort die ersten Verletzten vom Busbahnhof in die Klinik gebracht. Ein Sprecher von Präsident Jalal Talabani sagte: "Kein Mensch mit einem gesunden Verstand kann diese kriminelle Tat gutheißen."
In verkohlten Bussen und Autos suchten verzweifelte Menschen nach Angehörigen. Auf dem Parkplatz waren Körperteile von Menschen verstreut, die von der Wucht der Explosion in Stücke gerissen wurden. In der Wartehalle des Busses kam es zu verzweifelten Szenen. Weinende Männer hielten einander umfasst, um Trost zu finden. Ein Mann, der bei den Anschlägen drei Angehörige verloren hatte, klagte die Regierung an, nicht genug für den Schutz der Bevölkerung zu unternehmen.
Mindestens zwei Busse wurden völlig zerstört. Übrig blieben nur die verkohlten Metallgerippe. Zahlreiche weitere Fahrzeuge, darunter auch drei Polizeiautos, wurden ebenfalls zerstört. Der Busbahnhof Al Nahda ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt für Reisende in den Südirak. Die Autobombe explodierte vor zwei Bussen, die Reisende in die überwiegend schiitischen Städte Amara und Basra bringen sollten.
Bei Hawija, 45 Kilometer südwestlich von Kirkuk, stoppten Aufständische einen Kleinbus mit Rekruten für die irakische Armee und erschossen sechs Männer. In Mosul (Mossul) kam bei Gefechten zwischen Rebellen und der Polizei ein Bewohner der Stadt ums Leben. Bei Bombenanschlägen Anfang der Woche wurden auch zwei US-Soldaten getötet, wie die amerikanischen Streitkräfte am Mittwoch mitteilten. Der eine Anschlag ereignete sich im Südwesten von Bagdad, der andere im Norden des Irak.
(apa)
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