Nach London-Attentaten: Italienische Justiz liefert Terrorist Issac an Großbritannien aus
- Brite äthiopischer Herkunft soll binnen 35 Tagen weg
- Hamdi Issac zündete am 21. Juli Bombe in U-Bahn
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London: Sollen Anschläge
von 21. Juli verübt haben
Ein Schwurgericht in Rom hat am Mittwoch dem von den britischen Behörden eingebrachten Antrag auf Auslieferung des mutmaßlichen Londoner Bombenlegers Hamdi Issac nach Großbritannien Grünes Licht gegeben. Der Brite äthiopischer Herkunft, der wegen Beteiligung an einer terroristischen Verschwörung und Besitzes gefälschter Dokumente angeklagt ist, soll innerhalb von 35 Tagen nach Großbritannien zurückkehren, entschied der Präsident des Schwurgerichts, Domenicomassimo Miceli.
In diesem Zeitraum wollen die italienischen Behörden weitere Ermittlungen über die Verbindungen der Familienangehörigen Issacs zu islamistischen Kreisen in Italien führen.
Der Richter lehnte einen Antrag von Issacs Rechtsanwältin Antonietta Sonnessa ab, die eine zeitlich befristet Auslieferung ihres Mandanten nach Großbritannien beantragt hatte. Issac, der in Großbritannien unter dem Namen Osman Hussain lebte, war Ende Juli in Rom festgenommen worden.
Nach Angaben seiner Anwältin Sonnessa hat Issac eingeräumt, am 21. Juli eine Bombe in der Londoner U-Bahn-Station Shepherd's Bush gezündet zu haben. Er habe aber sicher gestellt, dass dabei niemand verletzt oder getötet werde. Sonnessa hat angekündigt, beim Kassationsgericht, der letzten Instanz im italienischen Strafsystem, Einspruch gegen die Auslieferung erheben zu wollen. Die britischen Behörden werden von dem italienischen Rechtsanwalt Paolo Iorio vertreten, der sich gegen eine zeitlich befristete Auslieferung gewehrt hatte.
Am 21. Juli waren in London Sprengsätze in drei U-Bahn-Stationen und einem Bus explodiert, Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. Die Anschlagsserie erinnerte an die Selbstmordattentate vom 7. Juli, bei denen neben den Tätern 52 weitere Menschen ums Leben kamen.(apa/red)
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