Vogelgrippe hat EU erreicht! Zwei infizierte Wildvögel am Brüsseler Flughafen entdeckt
- Reisende wollten Tiere aus Asien einführen
- Hochansteckender Virus wütet bereits in Russland
Die Vogelgrippe hat über einen illegalen Import erstmals auch die Europäische Union erreicht. Zwei mit dem hochansteckenden H5N1-Virus infizierte Wildvögel sind auf dem Flughafen Brüssel beschlagnahmt worden, erklärte der Staatssekretär im deutschen Verbraucherministerium, Alexander Müller, am Dienstag in Stuttgart.
Reisende hätten die lebendigen Vögel in einem Koffer aus Asien einführen wollen. Bei der Kontrolle seien sie gestoppt worden. Der Fall liege bereits einige Wochen zurück, berichtete Müller am Rande einer Grünen-Veranstaltung. Außerdem hätten russische Behörden einen H5N1-Ausbruch im Ural in Tscheljabinsk bestätigt.
In der Region Tscheljabinsk sei in einem See eine größere Zahl toter Vögel gefunden worden. Er berief sich auf eine Mitteilung russischer Behörden vom Dienstag, wonach die Vögel mit H5N1 infiziert gewesen seien. Nach seinem Kenntnisstand sei die Zahl der in Russland gefundenen Kadaver innerhalb von 24 Stunden auf 500 gestiegen.
Bisher war die Krankheit in fünf östlicheren Regionen Sibiriens ausgebrochen. Der oberste staatliche Seuchenexperte
Gennadi Onischtschenko warnte in einem Brief an örtliche Behörden, Zugvögel könnten das Virus in den europäischen Teil Russlands schleppen. Die Vogelgrippe trat erstmals Mitte Juli in Russland auf.
Um die Vogelgrippe einzudämmen, sind in den betroffenen russischen Gebieten bereits zehntausende Vögel getötet worden.
Seit Ende 2003 sind in Südostasien mehr als 50 Menschen an der Vogelgrippe gestorben. Experten befürchten eine Influenza-Pandemie, sollte sich das Virus so verändern, dass es leicht direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Wiener Mediziner warnen vor Hysterie
Während sich die Vogel-Influenza offenbar über Zugvögel in Russland in Richtung Westen ausbreitet, warnen österreichische Experten vor einer Hysterie. "Die Vogelgrippe ist ja nicht das zentrale Problem (für den Menschen, Anm.). Das riesige Problem könnte nur sein, dass Mutationen des Virus entstehen, die leicht von Mensch zu Mensch übertragbar sind", erklärte Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze vom Institut für Sozialmedizin der Universität Wien am Dienstag. Der Chef des virologischen Instituts in Wien, Univ.-Prof. Dr. Franz X. Heinz: "Ich rede mir den Mund fuselig. Die Vogelgrippe ist eine Hendl- bzw. eine Geflügelgrippe. Sie bringt Vögel um. Das ist vor allem ein Problem der Landwirtschaft."
Heinz verwies darauf, dass es derzeit - auch wenn sich die seit Jahrhunderten bekannte Vogelpest - weiter in Richtung Westeuropa ausbreite - keine unmittelbare Gefahr für den Menschen gebe. Der Experte: "Das aus Hongkong stammende H5N1-Vogelinfluenza-Virus hat ja beim Menschen bisher nur bei direktem Kontakt mit Geflügel und nur relativ selten zu Infektionen mit vereinzelten Todesfällen geführt."
(apa/red)
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