Walesa verlässt die "Solidarnosc": Rückzug
erfolgt zum 25-Jahr-Jubiläum der Gründung
- Ex-Arbeiterführer: Entscheidung ist endgültig
- Walesa will sich um europäische Einigung kümmern
Der frühere Arbeiterführer und spätere polnische Staatspräsident Lech Walesa verlässt die Gewerkschaft "Solidarnosc" (Solidarität). Nach dem Festakt zum 25-Jahr-Jubiläum am 31. August trete er aus, sagte der Gründer und langjährige Vorsitzende der "Solidarnosc" in Danzig (Gdansk), berichtet Kathpress. Die Entscheidung sei endgültig und unumkehrbar.
"Diese 'Solidarnosc' ist jetzt eine andere. Sie ist wohl sogar besser und viel professioneller als früher. Aber sie hat sich so verändert, dass wir nicht mehr zusammenpassen", sagte Walesa. Er fühle sich nach dem Generationswechsel in der Gewerkschaft nicht mehr gebraucht. In Zukunft wolle er sich verstärkt um die europäische Einigung kümmern, kündigte Walesa an.
Die Gründung der "Solidarnosc" gilt als der Anfang vom Ende der kommunistischen Herrschaft in Europa. Am 14. August 1980 hatte der gefeuerte Elektriker und Arbeiter-Aktivist Walesa die Tore der Danziger Lenin-Werft erklommen, um einen Streik der Arbeiter anzuführen. Zwei Wochen lang verschanzten sich die Arbeiter auf dem Gelände. Ein Komitee unter Walesas Führung verhandelte mit Abgesandten der kommunistischen Regierung. Am 31. August 1980 gelang der Durchbruch: Die Kommunisten gestanden den Arbeitern im so genannten August-Abkommen das Recht auf eine unabhängige Bewegung zu. (apa/red)
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