Montag, 15. August 2005

Explosion nahe Militärflughafen in Ägypten: Anschlag oder Unfall auf Halbinsel Sinai?

  • Zwei weibliche Feldwebel wurden verletzt

Bei einem Bombenanschlag auf die internationale Friedenstruppe auf der Sinai-Halbinsel (MFO) sind am Montag zwei kanadische Soldatinnen leicht verletzt worden. Der Sprengsatz detonierte in der Nähe eines MFO-Stützpunkts auf einem Flughafen im Nordosten der Halbinsel Sinai, 15 Kilometer vor der Grenze zum Gazastreifen entfernt, wie ägyptische Sicherheitskräfte mitteilten.

Im Internet bezichtigte sich die Extremistengruppe Mujaheddin Ägyptens der Tat. In ihrer Erklärung hieß es, die Löwen des Jihad hätten die Sinai-Halbinsel trotz Sicherheitsvorkehrungen erneut angegriffen. Die Gruppe gab an, bei dem Anschlag seien drei Israelis und zwei Kanadier getötet worden. Die Authentizität der Erklärung konnte von unabhängiger Seite zunächst nicht geklärt werden. Die Gruppe hatte sich neben zwei anderen Extremistenorganisationen auch zu den Bombenanschlägen im Juli im Badeort Sharm el Sheikh bekannt.

Die MFO überwacht die Einhaltung des 1979 zwischen Ägypten und Israel geschlossenen Friedensabkommens von Camp David. Der Schutztruppe gehören 1.8000 Soldaten aus elf Staaten an, darunter die USA, Kanada, Australien, Neuseeland sowie mehrere europäische Länder. Ägypten will nach Ende des israelischen Abzugs aus dem Gazastreifen in dieser Woche Soldaten an der Grenze stationieren.

Der Sprengsatz war in einem Gaskanister versteckt und an der Straße abgelegt worden. Er wurde über ein Kabel zur Explosion gebracht, wie die ägyptischen Sicherheitskräfte mitteilten. Ein zweiter Sprengsatz explodierte nicht. Die Detonation war so heftig, dass sie laut palästinensischen Angaben bis in den Gazastreifen zu hören war.

MFO-Sprecher Ian Baxendell erklärte, es sei das erste Mal seit vielen Jahren, dass Angehörige der Schutztruppe verletzt worden seien. Von einem Anschlag wollte er nicht sprechen.

(apa/red)

15.8.2005 11:15