Mittwoch, 17. August 2005

Khol reitet vor Steiermark-Wahl Attacken gegen Hirschmann: "Ein Scherzkandidat"

  • "Frivole und obszöne politische Wortmeldungen"
  • VP-Grande äußert sich positiv über SPÖ & Grüne

Mit Unterstützung für LH Waltraud Klasnic (V) und scharfen Worten für den früheren ÖVP-Landesrat Gerhard Hirschmann meldet sich Nationalratspräsident Andreas Khol (V) im steirischen Wahlkampf zu Wort. "Der Kandidat, dessen Namen ich gar nicht nennen will, ist ein Scherzkandidat", meinte Khol dazu, dass Hirschmann bei der Wahl mit einer eigenen Liste antritt.

Das Auftreten des "früheren geschäftsführenden Landesparteiobmannes" sei "sicherlich schmerzlich", so Khol im "Kleine Zeitung"-Interview (Donnerstag-Ausgabe). Durch "frivole und obszöne politische Wortmeldungen" - wie "Europa der Idioten", "schwarze Bagage" oder über das Verlosen eines Bundesratsmandates - habe sich Hirschmann aber mittlerweile einen Bärendienst erwiesen, weil diese eine Mobilisierung der ÖVP-Funktionäre bewirkt hätten, meinte Khol.

Zur Causa Herberstein sagt Khol - nachdem er festhält, dass die Unschuldsvermutung gelte -, dass "Durchstechereien unter allen Umständen geahndet" werden müssten. Die ÖVP und Klasnic sieht er weiterhin in Führung.

In der Bundespolitik äußert sich Khol - wie schon vor einem Monat - neuerlich positiv über die SPÖ und die Grünen. Er kann sich vorstellen, das "Wendeprojekt" sowohl mit dem BZÖ als auch der SPÖ und den Grünen weiter zu machen. "Die solidarische Hochleistungsgesellschaft von Alfred Gusenbauer und seine ursprünglichen Ideen zur Verfassungsreform - das geht in die Richtung, in die wir gehen wollen", meint er zur SPÖ. Bei den Grünen seien Gesprächspartner "Van der Bellen, Pilz, Voggenhuber, Stoisits", aber es gebe dort auch "Öllingers und Koglers, die etwas schriller sind". Mit der stv. Grünen-Chefin Eva Glawischnig sieht Khol eine "Bruchstelle" in der Bildungspolitik - nachdem diese sagte, sie wolle Bildungsministerin werden.

(apa/red)

17.8.2005 18:31