"profil" berichtet: Inkunabeln-Sammlung der Nationalbibliothek von Schimmel befallen
- Auf zu hohe Messwerte wurde zu spät reagiert
- Tausend Bände der wertvollen Bücher desinfiziert
Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, wurde die wertvolle Inkunabeln-Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek von Schimmel befallen. Auf rund 150 Einbänden sind die Pilzsporen mit freiem Auge erkennbar, weitere 850 Werke werden zur Zeit präventiv desinfiziert.
Der Schimmelbefall ereignete sich im alten Aurum-Depot, in dem die Nationalbibliothek ihre Inkunabeln, frühe Buchdrucke, seit 1966 lagert. Um Inkunabeln gefahrlos lagern zu können, muss die Luftfeuchtigkeit zwischen 45 und 55 Prozent liegen. Im Depot der Nationalbibliothek wurden diese Werte seit Jahren regelmäßig überschritten: Vor allem im Sommer werden Spitzenwerte von bis zu 80 Prozent Luftfeuchtigkeit erreicht.
Im heurigen feuchten Sommer trat nun der Ernstfall ein: Auf die zu hohen Messwerte wurde zu spät reagiert. Als Mitte Juli die provisorischen Luftentfeuchter im Speicherraum aufgestellt wurden, waren die Inkunabeln bereits vom Schimmel befallen. Die betroffenen Bände werden zur Zeit restauriert. "Restschäden bleiben nicht zurückt", sagt Sammlungsleiter Helmut Lang gegenüber "profil".
Inkunabeln sind frühe Buchdrucke aus der Zeit zwischen 1450 und 1500. Insgesamt besitzt die Nationalbibliothek 8000 Inkunabeln. Sie zählen zu den wertvollsten Beständen des Hauses. Eine 42-zeilige Gutenberg-Bibel aus dem Bestand der nationalbibliothek wird auf 6 Mio. Euro Marktwert geschätzt. Sie wird in einem Stahlschrank aufbewahrt und ist vom Schimmelbefall nicht betroffen.
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